Wird Marktplatz zu Parkplatz?. Kurzparkzone stört Deutsch-Wagramer !wir-Mandatare. VP-Stadtchef Friedrich Quirgst will damit Dauerparker verhindern und wundert sich über „Wirtschaftsfeindlichkeit“ der Bürgerliste.

Von Robert Knotz. Erstellt am 25. Juni 2020 (03:30)
!wir-Gemeinderat Hachmeister befürchtet, dass der Marktplatz zum Parkplatz wird.
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Für !wir-Gemeinderat Ralf Hachmeister ist der neue Marktplatz ein Schildbürgerstreich. Ihn und die !wir-Bürgerliste stören vor allem die Zeiten der dort ausgeschilderten Kurzparkzone. Der Marktplatz würde damit zu einem zentralen Parkplatz werden.

„Es werden dort wohl zur Enttäuschung der Bürger keine Wochenmärkte mehr stattfinden können, weil die Kurzparkzone werktags von 7 bis 18 Uhr und samstags von 7 bis 12 Uhr (die Zeit, in der normalerweise der wöchentliche Frischemarkt stattfindet, Anm.) gilt“, so der !wir-Gemeinderat.

Der Marktplatz würde an 360 Tagen im Jahr eher als profaner Parkplatz mit sogenannter Begegnungszone und ein wenig Begrünung, Bänken und kleinen Wasserspielchen fungieren.

Nur gelegentlich würde der Platz vielleicht einmal eher als Repräsentationsbühne – bei dann wohl gleichzeitiger Sperre des Parkplatzes – dienen, aber nur selten als tatsächlicher Martkplatz.

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst verteidigt die Begegnungs- und Kurzparkzone.
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VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst kontert die Vorwürfe: „Selbstverständlich ist es sinnvoll, hier eine Begegnungszone und ein Kurzparkzone auszuweisen. Die Parkplätze werden sowohl für die bestehenden Betriebe als auch für die neuen Geschäfte und Ärzte benötigt. Ohne Kurzparkzone hat man Dauerparker und keine Stellplätze für die Kunden.“

Und weiter: „Uns als Volkspartei war die Kombination von Alltagstauglichkeit und Veranstaltungstauglichkeit, gepaart mit einer gefälligen Gestaltung und umweltbewusster Umsetzung, immer wichtig.“

Die !wir-Bürgerliste hätte jedoch gemeinsam mit der SPÖ bisher alles, was den Marktplatz betreffe, abgelehnt. „Nun sind sie auch gegen die Kurzparkzone. Ich bin über die Ahnungslosigkeit und die Wirtschaftsfeindlichkeit höchst verwundert“, ärgert sich der Stadtchef.

Keine Kurzparkzone auszuweisen würde bedeuten, den Dauerparkern das Feld zu überlassen. Es würde auch nicht die Abhaltung von Märkten erleichtern. Eine Sperre des Marktplatzes wegen Veranstaltungen und Märkten war in der Vergangenheit oft der Fall. „Erfüllen wir gemeinsam den Marktplatzbereich und die Begegnungszone mit Leben“, appelliert Quirgst.