Wirtschaftsbund-Ortsobfrau Hilde Toth trat zurück. Deutsch-Wagram: Ortsobfrau stört Versetzung Rosenbergers. Bezirkschef Hager kontert.

Von Robert Knotz. Erstellt am 15. Oktober 2020 (03:52)
Wirtschaftbund-Ortsobfrau Hilde Toth warf das Handtuch.
Knotz

 Die langjährige Wirtschaftsbund-Ortsobfrau Hilde Toth legte nun überraschend ihr Amt zurück. In einem offenen Brief an NÖ-Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus und an die NÖN erklärt sie ihre Beweggründe für diesen Schritt: Einer der Hauptgründe war die Versetzung von Thomas Rosenberger, dem langjährigen Leiter der Gänserndorfer Wirtschaftskammer, nach St. Pölten (die NÖN berichtete).

Bezirksobmann Andreas Hager bedauert den Rücktritt.
NÖN

Toth bezweifelt, dass es dabei mit rechten Dingen zugegangen sei. „Nach 14 Jahren stiehlt man sich nicht bei Nacht und Nebel davon, er hat mit den Unternehmern immer einen guten Kontakt gepflegt und deshalb hätte er sich ganz sicher ordentlich verabschiedet“, so die langjährige Funktionärin in ihrem Schreiben. Und weiter: „Ich blieb als Funktionärin wochenlang ohne Info über die Ablöse. Nur durch Zufall – ein Betriebsinhaber wollte eine Auskunft von Rosenberger einholen – wurde ich vom Sekretariat darüber informiert, dass es seit 1. September einen neuen Bezirksstellenleiter gibt.“

Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus spielte den Ball weiter und verwies trotz Interview-Anfrage auf Bezirksobmann Andreas Hager, der allerdings auch im Fokus von Toths Kritik steht: Er soll zu ihr in einem Telefongespräch gesagt haben, dass sie sich nicht in die Personalpolitik der Kammer einmischen soll.

Drei weitere Vorstands-Funktionäre zurückgetreten

„Es handelt sich hier um ein sensibles Personalthema, das mit Persönlichkeitsrechten verbunden ist. Wir wollten diese Rochade auch nicht an die große Glocke hängen, bevor Rosenbergers Nachfolger (Philipp Teufl, Anm.) im Amt war“, entgegnet Hager im NÖN-Telefonat. Und weiter: „Ich möchte betonen, dass die Versetzung in beiderseitigem Einvernehmen erfolgte.“ Er bedaure den Rücktritt von Hilde Toth sehr, müsse ihn aber zur Kenntnis nehmen. Die Funktionärin habe viele Jahre hindurch hervorragende Arbeit geleistet.

Mit Toth traten auch drei weitere Vorstands-Funktionäre – allerdings aus völlig anderen Gründen (Pensionierung, Ortswechsel) – zurück. Wie geht’s nun weiter? Der Vorstand muss neu gewählt werden, dies könnte in Corona-Zeiten zu einer Herausforderung für den Wirtschaftsbund werden.