Direktor schlägt um sich. GÄNSERNDORF / Volksschulleiter Gerhard Gangl soll Gemeindevertreter mit Kritik überschüttet haben. Dabei ging es – was sonst – ums Geld. FPÖ-Stadtrat Krichbaumer bestätigt Clinch.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, NÖN-Archiv
Gänserndorfs Volksschuldirektor Gerhard Gangl soll den Gemeindevertretern eine Moralpredigt gehalten haben.

Kürzlich gab es in der Volksschule ein Treffen zwischen Direktor Gerhard Gangl und Vertretern der Stadtgemeinde. Bei diesem wollte FPÖ-Stadtrat Walter Krichbaumer, in Begleitung von zwei Rathaus-Mitarbeitern, mit dem Schulleiter über die Verwendung der genehmigten Budgetmittel sprechen. Wie die NÖN erfuhr, soll das Gespräch völlig aus dem Ruder gelaufen sein.

Konstruktives Gespräch war nicht möglich

Gangl soll die Gemeinde mit Vorwürfen regelrecht überschüttet haben. Was auch Krichbaumer auf Nachfrage der NÖN bestätigt. Der für die Volksschule zuständige Stadtrat erinnert sich: „Leider war es nicht möglich, ein konstruktives Gespräch zu führen, da von Direktor Gangl in Form eines hektisch vorgetragenen verbalen Frontalunterrichts nur Kritik geäußert wurde.“

Folgende Anschuldigungen soll der Schulleiter in den Raum gestellt haben: Der Gemeinde seien die Volksschulkinder nichts wert, die Ausgaben für die Schule hätten sich seit Jahren nicht erhöht. Das Geld für die Schneekanone, die die Kommune kürzlich angeschafft hatte, hätte man besser verwenden können. Gangl selbst habe kein eigenes Spesenkonto für Bewirtungen. In anderen Schulen in NÖ wäre alles viel besser. In der Neuen Mittelschule Gänserndorf zum Beispiel gäbe es mehr Budget für die Lehrkräfte. Und: Wenn die finanzielle Situation so bleibt, müsse Gangl mit den Eltern reden.

„Volksschule bekam immer genügend Geld“

Krichbaumer: „Leider war es weder den beiden anwesenden Rathaus-Bediensteten noch mir möglich, das Gespräch in ruhige und sachliche Bahnen zu lenken. Noch bevor wir zu den Vorwürfen Stellung beziehen konnten, musste Direktor Gangl plötzlich weg.“

Der FPÖ-Politiker kann die Kritik überhaupt nicht nachvollziehen: „Der Volksschule wurden immer alle Mittel zur Verfügung gestellt, die wirklich nötig waren. Und dass das Gemeindebudget kein Wunschkonzert ist, muss auch Direktor Gangl zur Kenntnis nehmen. Im Übrigen hat er die in den vergangenen Jahren genehmigten Budgetmittel nicht einmal voll ausgeschöpft.“

Knapp eine Million Euro steckt Gänserndorf jedes Jahr in die Volksschule und den Hort. Krichbaumer: „Ein ganz schöner Brocken.“ Übrigens: Gangl selbst war für eine Stellungnahme gegenüber der NÖN krankheitsbedingt nicht erreichbar.