Weinviertel-Leitung: „Bedenken wurden geprüft“. Sprecherin der Austrian Power Grid betont, dass Wunschtrasse und Sorgen der Landwirte umfassend behandelt wurden.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 22. Juni 2019 (06:18)
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Der Ersatzneubau der „Weinviertel-Leitung“ durch die Austrian Power Grid (APG), einer 380-kV-Verbindung zwischen Seyring und Neusiedl, erhitzt die Gemüter der Betroffenen, genauer gesagt, die Trassenführung sowie die Höhe der Entschädigungszahlungen (die NÖN berichtete). Birgit Breiter von der APG nimmt zu den Vorwürfen Stellung.

„Sämtliche Einwendungen und Bedenken der Grundeigentümer im Zusammenhang mit unserem Projekt wurden im UVP-Genehmigungsverfahren umfassend behandelt und geprüft, auch die vorgeschlagene alternative Trassenführung“, führt die Sprecherin aus. Es habe auch direkte Gespräche gegeben. Leider war die Umsetzung der Wunschtrasse der Dörfleser aus rechtlichen und technischen Gründen wie Landschaftsbild oder auch Abstand zu OMV-Sonden nicht möglich, bedauert Breiter, um noch hinzuzufügen: „Sachverständige prüften nochmals die als Alternative vorgeschlagene Variante. Auch die Behörde und das Bundesverwaltungsgericht sind zu dem Ergebnis gelangt, dass die Trasse zu genehmigen ist.“ Wie Breiter betont, sind sowohl Errichtung als auch Betrieb von Beregnungsanlagen unter der Leitung möglich. Dieser Punkt sei ebenfalls im UVP-Verfahren eingehend behandelt worden.

Breiter versteht Ärger der Grundeigentümer

Breiter verstehe den Ärger der Grundeigentümer, dass ihre Einwendungen im Verfahren zur zwangsweisen Einräumung von Dienstbarkeiten nicht mehr berücksichtigt werden, möchte jedoch klarstellen: „Dabei geht es nur um das Ausmaß der erforderlichen Grundinanspruchnahme sowie die Ermittlung der Entschädigung. Andere Themen aus dem Genehmigungsverfahren sind nicht Gegenstand des Zwangsrechtsverfahrens und daher von der Behörde nicht mehr zu behandeln.“ Dabei betont Breiter auch, dass der Gutachter seitens des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus beauftragt wurde und nicht seitens der APG. Wie berichtet, stößt den Bauern auch die Höhe der Entschädigungen sauer auf.

Wie einer der Betroffenen aus Dörfles, Josef Heymann, klarstellt, ist man nicht grundsätzlich gegen den Leitungsbau. Die Landwirte sind davon ausgegangen, dass ihre Wünsche besser berücksichtigt werden. Die APG als Bauherr war der Meinung, dass alle Argumente ausreichend erklärt worden waren.