Drösing

Erstellt am 03. Mai 2018, 04:36

von Nina Wieneritsch

Energie-Freiheit: Gegen den Strom und trotzdem geladen. Lukas Pawek erfüllte sich den Traum eines autarken Hauses und gibt sein Wissen in einem Ratgeber weiter.

Das rund 40 mgroße Haus auf dem über 1.000 mgroßen Grundstück ist komplett strom-, wärme- sowie wasserautark und an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.  |  Pawek

Vor vier Jahren erwarb der Wiener Lukas Pawek ein Häuschen in der Gemeinde, recht renovierungsbedürftig und ohne Stromanschluss. Heute ist das Dach abgedichtet, es zieht auch nicht mehr – nur der Anschluss ans Stromnetz fehlt nach wie vor.

Dafür wurden drei Solarmodule auf dem Dach montiert sowie Batterie, Laderegler und Wechselrichter installiert. Auch die Stromkreise für die Verbraucher wurden innerhalb weniger Tage eingerichtet.

Die autarke Stromerzeugung wird im Winter durch einen Biomasse-Ofen ergänzt, der mit Holz aus dem eigenen Garten beheizt wird, ebenso wie der Herd. Zur Bewässerung des 1.000 m2 großen Gartens wird vom System Grundwasser heraufgepumpt. Damit lebt Pawek nicht nur strom-, sondern auch wasserautark.

Lukas Pawek ist Wahl-Drösinger und besitzt ein komplett autarkes Wochenend-Haus.  |  Knie

Ob sich diese Investitionen rechnen? „Bei mir gleich vom ersten Tag an“, so Pawek. Für die Anlage habe er insgesamt weniger als 5.000 Euro bezahlt. Und weil es sich der gelernte EDV- und Elektrotechniker zur Aufgabe gemacht hat, auch andere für erneuerbare Energien zu begeistern, gründete er in seiner Wahl-Heimatgemeinde die parteiübergreifende „Energie-Party“. Diese besteht aus Gemeinderäten sowie Bürgern und will „in Drösing etwas weiterbekommen“, was erneuerbare Energien betrifft. Wer mitarbeiten will, kann sich unter energieparty@autarkie.at melden.

Und wer sich den Traum vom autarken Eigenheim erfüllen will, für den hat Pawek auch etwas parat: Sein (Praxis-)Wissen über erneuerbare Energien schrieb er mit seinem Kollegen Franz Spreitz in einem Buch nieder. „Allerdings haben wird noch viel Arbeit vor uns – in Drösing beispielsweise gibt es aktuell gerade einmal 20 Solaranlagen, und das bei ca. 1.000 Einwohnern“, so Pawek.

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