Die Nordvariante ist aus dem Spiel

Die Planvorstellung der ÖBB in der Bernsteinhalle in Dürnkrut sorgte nicht nur für Begeisterung. Statt Kreisel soll eine Abbiegespur kommen.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 04:44
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Projektkoordinator Markus Hasler, SPÖ-Ortschef Herbert Bauch, Projektleiter Gernot Scheuch sowie Markus Fels und Irene Veitsmeier.
Foto: Vera Coursolle

Vor Kurzem fand die Planvorstellung der ÖBB für die Dürnkruter Bevölkerung statt. Zur Erinnerung: Das Verkehrsunternehmen modernisiert die Nordbahn und schließt die Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke. Es wird nach Lösungen für den im Rahmen des Erneuerungsprozesses notwendigen Zubringer zum Gemeindebahnhof gesucht.

Keine Alternativen zur Südvariante

Von ursprünglich sieben Varianten kristallisierten sich zwei Routen heraus – die sogenannte Südvariante und die Nordvariante. Die in der Bernsteinhalle präsentierten Pläne erwartete man mit Spannung. Zur Ernüchterung mancher Gemeindebürger präsentierte man in der Informationsveranstaltung keine Alternativen zur Südvariante. Diese sieht eine Zufahrt auf der Bernsteinstraße – auf Höhe der Turmöl-Tankstelle – vor. Neu ist, dass man von der ursprünglichen Idee der Errichtung eines Kreisverkehrs abkam. Bei einer Gemeinderatsabstimmung hatten sich drei Viertel der Stimmberechtigten gegen diesen Plan ausgesprochen.

Nun plant man am selben Standort eine 20 Meter lange Abbiegespur. Die Straße soll verbreitert werden. Laut ÖBB-Projektplanern wird das Vorhaben im Frühjahr 2022 eingereicht, dann erfolgt die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung). Dann kommt die Rechtsmittelfrist – jener Zeitraum, in dem ein Rechtsmittel gegen eine bereits ergangene Gerichtsentscheidung eingebracht werden kann.

Geht es nach Plan, finden die Bauarbeiten auf Dürnkruter Gemeindeboden im Jahr 2029 statt. Die Brücke könnte allerdings schon früher gebaut werden, um sie im Zuge der Arbeiten nutzen zu können.

Abbiegespur statt eines Kreisverkehrs

Warum kam man von der Kreisverkehrsvariante ab? Weil eine Verkehrszählung im Herbst 2020 eine geringere Anzahl ergab als angenommen. Das ermöglicht die Errichtung einer Linksabbiegespur. In der Bauphase wird die Strecke eingleisig befahren, Ein- und Ausstieg sind auf dem gleichen Bahnsteig geplant.

Gegen die Pläne macht eine Bürgerinitiative mobil: „Es ist unverständlich, dass der Verkehr aus den Einzugsgebieten durch den Ort geführt werden soll, es wird zu Stauungen kommen“, führen die Gegner ins Treffen.