Nordbahn: Gwirkst mit Querungen. Durch Modernisierung müssen bestehende Bahnübergänge geschlossen werden. Eine Bürgerinitiative schlägt nun Alternativen zu bestehenden Planungen vor.

Von Vera Coursolle. Erstellt am 24. Januar 2021 (03:39)
Derzeit sind mehrere Varianten für Gleisübergänge im Gespräch.
privat

Durch die Modernisierung auf der Nordbahn müssen die bestehenden Bahnübergänge großteils geschlossen werden. Alternativen für die zukünftige Überquerung der Gleise sind je nach Standort Unter- bzw. Überführungen. In Dürnkrut wird darüber heftig diskutiert. Eine geplante Informationsveranstaltung der ÖBB konnte wegen der Covid-Pandemie nicht stattfinden.

Unter den Bürgern kursieren Gerüchte, wonach SP-Bürgermeister Herbert Bauch eine Variante bevorzuge, andere Varianten wolle er der Bevölkerung erst gar nicht präsentieren. So manche Gemüter sind erhitzt. Am 31. Oktober 2020 gründeten mehrere Bürger – federführend war Monika Bock – die überparteiliche Bürgerinitiative „Lebensqualität in Dürnkrut“. Eine Online-Unterschriftenaktion wurde ins Leben gerufen, in Waidendorf und Dürnkrut wurden Flyer an die Haushalte verteilt. Die Forderungen: Information aller Bürger über die geplanten Bauvorhaben sowie die Einbeziehung möglicher Alternativen und persönliche Gespräche mit eingebundenen Personen.

„Es könnte zur Entstehung eines Nadelöhrs bei der Zu- bzw. Ausfahrt Richtung Wien kommen.“ Bürgerinitiative „Lebensqualität in Dürnkrut“

Kürzlich schloss man sich der „Aktion 21“ an. Diese ist durch bundesweite Vernetzung medial stärker vertreten. Die heiß-diskutierte Variante im Detail: Errichtung eines Kreisverkehrs am Ortsende Richtung Wien (Höhe Turmöl-Tankstelle), von dort aus eine Zufahrt auf eine neun Meter hohe Brücke zur Überquerung der Gleise. Die Befürchtungen der Bürgerinitiative: Es könnte zur Entstehung eines Nadelöhrs bei der Zu- bzw. Ausfahrt Richtung Wien, zu Staus in den Hauptverkehrszeiten und zur Konzentration des bisher aufgeteilten Verkehrs auf die Bundesstraße kommen. Dies würde laut Bürgerinitiative zu einer erhöhten Lärm- und Feinstaubbelästigung führen – auch in den Seitenstraßen, die dann zwecks Abkürzung stärker befahren würden. Laut Berichten gab es in den betroffenen Straßen bereits Aufzeichnungen zur Begutachtungen der vorhandenen Fenster. Man befürchtet weiters, dass im Kreisverkehr hängen bleibende Fahrzeuge die Zufahrt in den Unterort bzw. zum Bahnhof blockieren könnten. Laut Befragungen von Bauern sei die Überführung an deren Ende für schwerere Fahrzeuge mit ihrer sehr scharfen Links- und anschließenden Rechtskurve ungeeignet.

Weitere Einwände betreffen das Abschneiden des unteren Ortsteils, würde der Plan in der derzeitigen Fassung umgesetzt. Eine weitere Befürchtung: Die medizinische Versorgung, Einkäufe und die Zufahrt von Rettungsdiensten würden für die Bewohner erschwert.

Die Bewegung „Lebensqualität Dürnkrut“ schlägt indes Alternativen vor, so etwa die Verlängerung der L 40 (aus Zistersdorf) über die Gleise bzw. den Anschluss der Überführung an die Hauptstraße, vorbei am Tennisplatz mit der Einmündung hinter der Grünschnittdeponie.

In der Gemeindezeitung findet sich jedenfalls ein Bekenntnis der ÖBB mit dem ausdrücklichen Willen eines transparenten Planungsprozesses.