Gänserndorf setzt auf „E-Gans-Mobil“. / Verein gegründet. Das Ziel: 25 Mitglieder teilen sich ein Elektroauto, sparen damit Geld und schonen die Umwelt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 11. November 2014 (08:31)
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Grünen-Chefin Margot Linke, ÖVP-Gemeinderat Manfred Trost, ÖVP-Stadtrat René Lobner und SPÖ-Vizebürgermeister Josef Daubeck (von links) bei der Vereinsgründung.
NOEN, Schindler
Vergangene Woche war es so weit: Mit der Gründung eines überparteilichen Vereins wurde der Grundstein für E-Carsharing (Elektroauto teilen) in Gänserndorf gelegt. Der Arbeitstitel für den Verein bzw. das Projekt: „E-Gans-Mobil“. In etwa einem Monat wird die erste Generalversammlung mit Wahl des Vereinsvorstandes über die Bühne gehen.

Gänserndorfs Grünen-Chefin Margot Linke erklärte: „Wir haben diverse Leasing-Angebote für ein Elektroauto eingeholt. Bei einer Anzahlung von 6.000 Euro, einer Laufzeit von 48 Monaten und einer Kilometerleistung von 20.000 im Jahr würde uns das Fahrzeug im ersten Jahr etwa 12.000 Euro kosten.“ Dem gegenüber stehen ca. 12.000 Euro an Einnahmen (Mitgliedsbeiträge, Förderungen) im ersten Jahr.

Danach würde das Elektroauto an die 6.000 Euro pro Jahr kosten, ähnlich hoch wären auch die Einnahmen. Linke: „Das bedeutet, dass wir mit 25 Mitgliedern kostenneutral unterwegs wären und vielleicht sogar einen leichten Überschuss erwirtschaften könnten.“

Im Schnitt pro Monat 1.300 Kilometer

Nicht 25, sondern mittlerweile 35 Mitglieder hat die Auersthaler Mobilitätsgruppe mit ihrem Projekt e-GO. Einer von ihnen ist Jakob Sommerhuber, der auch für die Datenverarbeitung zuständig ist: „Jeder zahlt bei uns einen Mitgliedsbeitrag von 100 Euro im Jahr und 12 Cent pro gefahrenen Kilometer. Mittels PC oder Smartphone kann man das Elektroauto reservieren.“

Wird da nicht öfters gestritten, weil alle gleichzeitig das Fahrzeug brauchen? Sommerhuber: „Eigentlich nicht. Die wenigsten planen eine Fahrt lange im Vorhinein, die meisten entscheiden sich kurzfristig. Auf der Buchungsseite im Internet sieht man sofort, ob das Auto frei ist oder nicht.“

Wie hoch ist Auslastung des Auersthaler e-GO? Im Schnitt legt es pro Monat 1.300 Kilometer zurück. 47 Prozent der Fahrten machen weniger als 30 Kilometer aus und die meisten Nutzer brauchen das Elektroauto maximal drei Stunden.

In vier Wochen muss die Behörde ihr Okay geben 

Wie geht es nun in Gänserndorf weiter? Die sogenannte Vereinsanzeige wurde von Grünen-Gemeinderat Volker Weiss und VP-Stadtrat René Lobner unterzeichnet. Diese wurde in der Folge bei der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf eingereicht. Innerhalb der nächsten vier Wochen gibt die Behörde ihr Okay oder auch nicht.

Linke geht natürlich von Ersterem aus: „Dann wird der Vereinsvorstand gewählt.“ Wird sie als Obfrau kandidieren? „Nur, wenn sich niemand anderer findet.“