Shell pflanzt Bäume an. Energiekonzern kooperiert mit ÖBf und Gemeinde Eckartsau.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 10. Oktober 2020 (04:20)
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Die ersten Bäumchen zum Pflanzen: Makoschitz, Adamek, Shell-Austria-Geschäftsführer Gert Seybold und Oitzinger (v.l.).
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Es ist wohl keine alltägliche Sache, dass ein „Ölmulti“ wie Shell gemeinsame Sache mit den ÖBf (Österreichische Bundesforste) und einer kleinen Marchfeldgemeinde macht – auch, wenn es sich um die „Perle des Marchfelds“, nämlich Eckartsau, handelt.

Ähnliche Gedanken gingen auch VP-Bürgermeister Rudolf Makoschitz durch den Kopf, als ihn ÖBf-Betriebsleiter Gerald Oitzinger diesbezüglich erstmals kontaktierte. Seine Bedenken waren aber schnell zerstreut, als er hörte, dass es sich um ein Waldprojekt handelt – und flugs wurde aus dem „Ölmulti“ ein Energiekonzern, der sich der CO -Reduktion verschrieben hat.

Shell-Austria-Geschäftsführer Gert Seybold erläutert die drei Kernbereiche, mit denen Shell die Energiewende und das selbst gesteckte Ziel, bis 2050 ein CO -freies Unternehmen zu werden, erreichen will: „Vermeiden, Reduzieren und Kompensieren.“ Vermeiden, das gelinge mit E-Mobilität aus nachhaltigem Strom und Wasserstoff-Technologie, das Reduzieren geschehe durch Investitionen in die Effizienz der Produkte.

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ÖBf-Betriebsleiter Gerald Oitzinger, Astrid Adamek (National Retail Manager und Managing Director der Shell Austria) sowie VP-Bürgermeister Rudolf Makoschitz (v.l.) unterzeichneten an einem geschichtsträchtigen Tisch (hier endete vor über 100 Jahren die Habsburger-Monarchie) die Übereinkunft.
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„Und das Kompensieren ist bei einem 98-Prozent-Anteil an Verbrennungsmotoren in den etwa 5 Millionen Fahrzeugen in Österreich ein langer Prozess“, weiß Seybold. Deswegen habe man einerseits ein Angebot an die Kunden, andererseits kooperiert man mit Eckartsau.

„Ab Mittwoch kann jeder, der bei Shell tankt, im Rahmen des Shell-CO -Ausgleichs pro Liter Sprit einen Cent an Nachhaltigkeitsprojekte von Shell zur Aufforstung in Peru oder Indonesien spenden und damit im Rahmen von Emissionsgutschriften einen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, informiert Astrid Adamek, die für die 264 Tankstellen verantwortlich ist.

1,1 Hektar Wald verjüngt und „umgewandelt“

Zusätzlich gibt es in Österreich die Kooperation mit ÖBf und Gemeinde Eckartsau, in deren Rahmen die Verjüngung und Bestandsumwandlung von 1,1 Hektar Wald auf Gemeindeflächen durchgeführt wird.

Oitzinger erklärt: „Dort pflanzen wir einen ,klimafitten Wald der Zukunft‘, der auch mit den immer schwereren Bedingungen für Wälder durch Treibhauseffekt und Niederschlagsmangel zurechtkommt.“ In Österreich habe es 2019 Schäden in der Höhe von 40 Mio. Euro durch die Erderwärmung gegeben.

Für Makoschitz ist das ein weiterer Meilenstein in den Bemühungen der Gemeinde, im Bereich ihrer Möglichkeiten für nachhaltige Energieproduktion einzustehen. Er verweist beispielhaft auf das Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsprojekt, das kürzlich präsentiert wurde: „Wir retten damit die Welt. Und ich bin stolz auf die Unterstützung des Energiekonzerns Shell.“