„Freunderlwirtschaft“: Wirbel um Anstellung. SP-Zabadal kritisiert Vollzeit-Beschäftigung für 78-Jährigen.

Von Ernst Spet. Erstellt am 27. März 2019 (04:59)
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Der betroffene Gemeindearbeiter Rüdiger Elleder (l.) und VP-Bürgermeister Josef Reiter.
Gemeinde

„In unserer Gemeinde läuft meiner Meinung nach etwas gehörig schief.“ So begann geschäftsführender SP-Gemeinderat Andreas Zabadal ein mittlerweile viel diskutiertes Facebook-Posting, in dem er VP-Bürgermeister Josef Reiter in weiterer Folge „Freunderlwirtschaft“ vorwirft. Dieser stellte nämlich einen 78-Jährigen „fix als Vollzeit-Gemeindearbeiter“ an.

„Ohne die Arbeitsleistung des 78-Jährigen zu schmälern, hätte ich es verstanden, wenn er weiter als Aushilfskraft befristet angestellt wird. Zusätzlich hätte man einen neuen Gemeindearbeiter suchen können. So hätte ein junger Bürger die Möglichkeit gehabt, in der Kommune zu arbeiten“, relativiert Zabadal. In den Kommentaren zum Posting geht es aber dennoch rund. Die einen attackieren den SP-Chef, andere schlagen sich auf seine Seite.

"Ich lehne die Art des Umgangs ab"

Reiter kontert: „Die Arbeitszeit des Gemeindemitarbeiters Rüdiger Elleder, der übrigens unter Bürgermeister Zabadal angestellt worden war, wurde von 20 auf 40 Wochenstunden erhöht. Das war notwendig, da Elleder von März bis etwa November häufig mehr als 20 Stunden pro Woche für die Gemeinde arbeitet und deshalb häufig auch sehr viele Überstunden leistete und diese auch bezahlt bekam.“

Elleder arbeitet unter anderem auf zwei Altstoff-Sammelstellen der Gemeinde, betreut die örtlichen Friedhöfe, mäht Gras und kümmert sich laufend um handwerkliche Aufgaben in ganz Engelhartstetten. „Nur in den Wintermonaten, in denen klimabedingt weitaus weniger Außenarbeiten anfallen, hat er keine Überstunden geleistet“, bemerkt Reiter, der aber zugibt: „Es stimmt natürlich, dass auch ein jüngerer Mensch die Arbeit erledigen könnte. Aber Elleder kann es genauso und bringt zusätzlich viel Erfahrung mit.“

Über Zabadal meint der VP-Bürgermeister: „Ich lehne jedenfalls die Art des Umgangs von Zabadal mit einem verdienten Gemeindemitarbeiter ab, der keinen Social-Media-Account besitzt und daher nicht selbst Stellung beziehen kann.“ Zabadal zeige damit einmal mehr, wie niveaulos er sei und wie heuchlerisch er Situationen darstelle, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken und um Menschen, die er nicht möchte, schlecht darzustellen, so Reiter abschließend.