Wie fasten die Promis im Bezirk Gänserndorf?. In der Corona-Pandemie verzichten Persönlichkeiten nicht nur auf die kulinarischen Genüsse des Lebens.

Von Thomas Schindler, Stefan Havranek, Edith Mauritsch und Dominik Siml. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:24)
Der Mannersdorfer Winzer Martin Minkowitsch (mit Sohn Marcus) verzichtet in der Fastenzeit, so gut es geht, auf „technische Errungenschaften“ und verbringt viel Zeit im Freien.
Spet

Gänserndorfs Pfarrer Helmut Klauninger: „Den Blick vom Ich auf das Du lenken.“
Beer

Mit heute, Mittwoch, hat die Fastenzeit begonnen. Wie werden eigentlich die Promis aus dem Bezirk in diesem Jahr, während der Corona-Pandemie, fasten? Essen, Alkohol, Zigaretten, Handy oder auch Auto – worauf verzichten sie und warum?

Gänserndorfs Stadtpfarrer Helmut Klauninger wird selbst natürlich auch fasten, wobei es ihm nicht auf die Reduktion der Nahrungsmittel ankommt: „Ich werde verstärkt darauf achten, was ich esse. Das Ziel sind biologisch nachhaltige Produkte.“ Dies fällt in der Corona-Pandemie wesentlich leichter als zu gewöhnlichen Zeiten: „Da gibt es ja ständig Veranstaltungen mit Büffets, wo die Schnitzel auf die Gäste warten.“

Wobei der Pfarrer sofort klarstellt: Fasten bedeute nicht automatisch Nahrungsverzicht. „Es geht vielmehr darum, den eigenen Blick vom Ich auf das Du zu lenken. Auf etwas verzichten kann einen auch frei machen“, erklärt Klauninger. Sich zurückziehen, wie es die Natur regelmäßig tue, könne heilsam sein: Man tankt neue Kräfte, um danach gerüstet für die weitere Zukunft zu sein.

„Beziehungsmäßig fasten wir schon lange“

Unternehmer Ernst Bauer: „Ich betreibe Intervallfasten.“
Mauritsch

Beziehungsmäßig brauche man heuer nicht wirklich fasten, so der Geistliche: „Dies tun wir Corona-bedingt ohnehin schon ein Jahr lang – und das nicht freiwillig. Die Erlösung muss übrigens nicht zwingend zu Ostern kommen.“ Ostern sei nur ein Datum im Kalender. Man könnte die Erlösung im Ende der Pandemie sehen – oder zumindest, wenn man wieder unbesorgt und ohne Maske durchs Leben gehen kann.

Für Winzer Martin Minkowitsch aus Mannersdorf ist die Fastenzeit eine gute Möglichkeit, schlechte Gewohnheiten zu beenden und Prioritäten zu setzen. Er versucht, mindestens drei Mal in der Woche Sport zu betreiben. Außerdem ist es ihm in der Fastenzeit ein großes Anliegen, so gut es geht auf alle technischen Errungenschaften, die gewisse Annehmlichkeiten mit sich bringen, zu verzichten. Auch bemüht er sich in der Fastenzeit, den PC nur für geschäftliche Zwecke zu nutzen.

Minkowitsch ist seit 2007 mit seiner Blandine verheiratet, die beiden haben sieben Kinder. Bei den Sprösslingen ist der Vater versucht, nicht zu streng zu sein und auch in der Fastenzeit Nachsicht walten zu lassen: „Kinder sollte man auf das Wesentliche hinlenken, dabei finde ich generell vor allem die Vorbildwirkung sehr wichtig.“

Unternehmer Ernst Bauer aus Groß-Schweinbarth ist grundsätzlich ein äußerst umtriebiger Mensch – und auch jemand, der gerne einmal etwas Neues beginnt. „In normalen Jahren verzichte ich in der Fastenzeit auf Alkohol und haushalte auch mit dem Ausgehen. Heuer ist allerdings alles anders“, so der Betreiber des Buschenschankes Sandberg.

Durch Lockdown und Ausgangsbeschränkungen befinde er sich bereits seit November 2020 in einer Art Fastenzeit. „Und es wird wohl auch noch bis Ostern dauern, bis wir wieder öffnen können“, sagt Bauer: „Da müssen wir halt durch.“ Fasten ist trotzdem angesagt: „Ich esse nur ein Mal pro Tag.“ Intervallfasten nennt man das heutzutage.

Das ganze Jahr über am „Fasten“: Stripfing-Kicker Daniel Toth.
Aichinger

Wie verhält es sich eigentlich bei den Sportlern, die im Bezirk aktiv sind? Daniel Toth, langjähriger Führungsspieler bei Bundesligist Admira und seit Sommer 2020 beim SV Stripfing, nimmt den Aschermittwoch ernst, genauso wie den Karfreitag und Karsamstag: „An diese strengen Fasttage halte ich mich, da esse ich wirklich gar kein Fleisch. Ansonsten gibt es da bei mir persönlich nichts Bestimmtes.“

Der 33-Jährige wirft allerdings ein, dass man ohnehin ständig „fasten“ müsse, um so lange im Profigeschäft zu bestehen: „Ich schaue ja generell auf die Ernährung und verzichte das ganze Jahr über auf vieles. Je älter man wird, desto mehr muss man auf seinen Körper achten. Das stecken die Jungen einfach besser weg.“ Komplett abstinent sei er aber auch nicht unterwegs: „Ab und zu gehören ein Bier, ein Wein oder Süßigkeiten auch zum Leben dazu.“ Vor den süßen Sünden ist eben auch ein konsequenter Sportler nicht ganz gefeit.

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