Schwarzgeld-Affäre: Ziel war Gänserndorf. Online-Plattform „Dossier“ berichtet über Ehepaar, das mehr als 52.000 Euro für angebliche Beratungsleistungen erhielt.

Erstellt am 27. März 2017 (20:31)
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Enthüllungen brachten zutage, dass mehr als 52.000 Euro an ein Ehepaar aus Gänserndorf flossen. Angebliche Gegenleistung: Beratungsdienste.
NOEN, Shutterstock/nex999

Die Bezirkshauptstadt als eine der Endstationen für Schwarzgeld-Zahlungen aus Moskau? Schwer zu glauben, aber offensichtlich wahr: Von insgesamt rund 19 Milliarden Euro, die in die EU flossen, sollen etwa 4,1 Millionen Euro an mutmaßlichem Schwarzgeld von Russland nach Österreich überwiesen worden sein, 52.716 Euro davon für „Beratungsleistungen“ an ein pensioniertes Gänserndorfer Ehepaar.

Der Mann war einst Reifenhersteller, die Frau Krankenschwester. Das berichtet die Online-Plattform „Dossier“ und beruft sich auf Daten, die dem „Organized Crime and Corruption Reporting Project“ und der russischen Zeitung „Novaya Gazeta“ zugespielt wurden. Insgesamt 32 österreichische Bankverbindungen scheinen auf.

„52.716 Euro an Paar mit Thujen im Garten“

Was hat Gänserndorf aber genau mit der Sache zu tun? Die „Dossier“-Website führt aus: „In 16 Tranchen fließt das Geld (52.716 Euro, Anm.) in die Gemeinde rund eine Autostunde nordöstlich von Wien. An jenem Tag mitten im Februar endet die Spur der Überweisungen am Ortsrand, in einem unscheinbaren Einfamilienhaus.“ Und weiter: „Thujen im Garten, ein Mittelklasseauto in der Einfahrt, ein Schild, das vor dem Hund warnt. Es ist das Haus von Anna und Rudolf J.“

Das Geld soll über ein Netz aus korrupten Richtern in Moldawien, eine inzwischen geschlossene Bank in Lettland und Briefkastenfirmen nach Österreich geflossen sein.