Groß-Schweinbarth hat nun drei Windräder. Drei Anlagen des Typs „Vestas V150“ mit einem Rotordurchmesser von 150 Meter sollen 45.000 MW pro Jahr erzeugen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 09. Mai 2021 (04:58)
Kommt ein Flügel geflogen: Bei der Aufnahme dieses Bildes ging es allerdings wieder abwärts. Eine Sturmfront zwang den Bautrupp zum Abbruch.
Mauritsch, Mauritsch

Früher waren Kirchtürme die höchsten Gebäude in einem Ort, dann folgten die Silos der Lagerhäuser. Jetzt sind es Windräder, die das Erscheinungsbild in der Region prägen. Drei Anlagen neuester Bauart werden derzeit in der Gemeinde errichtet.

Im Vorjahr wurden die Fundamente errichtet, in den letzten Wochen wuchsen die Windmühlen – so der Fachausdruck – in die Höhe. War zuerst nur der riesige Kran zu sehen, konnte man nun beobachten, wie Stück für Stück montiert wurde. Die schwebenden Teile boten spektakuläre Bilder. Insgesamt drei Anlagen werden künftig Strom gewinnen. Es sind die ersten Windräder in der Gemeinde. Der Windpark Groß-Schweinbarth ist ein Projekt von Benedikt Abensperg und Traun.

Die Umsetzung dauerte allerdings eine Zeit. Schon 2014 gab es eine Präsentation in der Gemeinde. Dass erst jetzt gebaut wird, hat vor allem bürokratische und gesetzliche Gründe. Die entsprechenden Verfahren mussten durchlaufen werden, dann gab es noch eine Tauscheinreichung für stärkere Anlagen und schließlich Änderungen im Ökostromgesetz.

Der Aufbau selbst ging schnell vonstatten und benötigte nur einige Wochen. So erwünscht Wind im Betrieb ist, so hinderlich kann er beim Aufbau sein. Einige Male musste wegen aufziehender Sturmfronten abgebrochen werden. In Kürze werden die Windräder ans Stromnetz angeschlossen.

Kritik wegen Eingriffen in die Pflanzenwelt

Von Widerstand in der Bevölkerung war wenig zu hören, obwohl es durchaus kritische Stimmen gab und gibt. Viel mehr Gemurre ist allerdings über die doch sehr massiven Eingriffe in die Flora zu vernehmen. Für Zufahrten mussten Waldflächen gerodet und Wege angelegt werden, was den Wald an diesen Stellen zu Mondlandschaften mutieren ließ. Projektmanager Martin Krill von Profes über die Wiederherstellungsmaßnahmen: „Rund 60 Prozent der während der Bauphase beanspruchten Fläche werden rückgebaut. So bleibt bei den Anlagen selbst nur ein Kranstellplatz für Reparaturarbeiten.“

Dazu kommen Ersatzaufforstungen von vier Hektar; das sei das Dreifache der dauerhaft befestigten Flächen im Windpark. Bestehender Wald wird im Ausmaß von zehn Hektar außer Nutzung gestellt, das heißt nicht mehr waldwirtschaftlich bearbeitet, um unangetasteten Lebensraum zu bieten. Wildökologische Ausgleichsflächen – für Wild neu anzulegende Bracheflächen, die mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt sind – werden drei Hektar umfassen.

Zwei Hektar Ackerbrachen und eine Lösswand für höhlenbrütende Vögel werden die Renaturierungsmaßnahmen vervollständigen. Für den Rückbau wurde Mutterboden gelagert und nach Abschluss der Bauarbeiten wieder aufgebracht.

Der Windpark Groß-Schweinbarth mit seinen drei Windrädern liegt südlich des bereits bestehenden Windparks Klein-Harras, der derzeit um ebenfalls drei Anlagen erweitert wird. Dort ist man derzeit bei den archäologischen Grabungen und beim Leitungsbau. Ursprünglich waren sechs Anlagen geplant, die westlich der Hohenruppersdorfer Straße stehen sollten. Das windradfreie Bad Pirawarth hat diese allerdings beeinsprucht.