Marchfelder Bauern bangen um ihre Existenz. Landwirte beklagen: Sie haben zu wenig Arbeiter, um ihre Kulturen einzubringen.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 25. März 2020 (05:52)
Werner Magoschitz, Obmann des Vereins „Genuss Region Marchfeldspargel g.g.A.“, befürchtet, dass heuer maximal ein Drittel der angebauten Spargel-flächen tatsächlich abgeerntet werden kann.
Rita Newman

Eigentlich sollte ja in Kürze die Spargelsaison beginnen, das Coronavirus macht aber auch vor der Landwirtschaft nicht Halt: Das Gemüse gedeiht zwar prächtig, es fehlen jedoch die Arbeiter, um die Früchte einzufahren. Viele der Saisonarbeiter stammen aus dem Osten Europas und können, weil die Grenzen dicht sind, nicht einreisen.

Das bereitet den betroffenen Landwirten natürlich Kopfzerbrechen, wie Werner Magoschitz, Bauer aus Mannsdorf und Obmann des Vereins „Genuss Region Marchfeldspargel g.g.A.“, zugibt: „Normalerweise habe ich 220 Saisonarbeiter, heuer sind es gerade einmal 60.“ Und er ist bei Weitem nicht der einzige Betroffene – die Erntemengen werden heuer wesentlich geringer ausfallen: „Ich bin mit vielen Kollegen im Kontakt, und müsste ich schätzen, würde ich sagen, dass wir heuer maximal ein Drittel der möglichen Fläche abernten können.“

Es würden sich zwar gerade jetzt, wo viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, einige potenzielle Erntehelfer aus Österreich melden, die meisten seien aber nicht geeignet, weil diese die Arbeit unterschätzen: „Es gibt zwar Tätigkeiten, die leicht zu erlernen sind, für manche Arbeiten braucht man aber doch Ausbildung, Routine und vor allem Durchhaltevermögen, was einem Ungeschulten oftmals fehlt“, meint Magoschitz. Man versuche, politisch etwas zu bewegen, viel Hoffnung habe er diesbezüglich jedoch nicht.

Spargelbauern nicht die einzigen Betroffenen

Demnach wird die Spargelsaison heuer spärlich ausfallen. Der Mangel an Arbeitskräften betrifft aber natürlich nicht nur die Spargelbauern, wie Magoschitz erläutert: „Als Nächstes kommen die Erdbeeren, dann geht es auch um Anbautätigkeiten – Zwiebel, Kartoffel und Karotte. Die Misere wird sich bis in den Herbst ziehen.“

Wenn die Kulturen nämlich nicht rechtzeitig angebaut werden, so kann später nichts geerntet werden: „Da sind Existenzen bedroht, es geht auch um die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln im Land“, mahnt Magoschitz.