Marchfelder Landwirte fordern politische Lösung. Versorgung mit Gemüse aus Österreich könnte im Herbst Problem werden.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 08. April 2020 (04:02)
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Auch im Bezirk Gänserndorf, speziell im Marchfeld, das nicht zu Unrecht als Gemüsegarten und Kornkammer des Landes bezeichnet wird, fehlen Bauern die Arbeitskräfte.

„Wir sprechen nicht nur von Erntehelfern“, warnt Bauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning: „Manche Betriebsführer entschließen sich, Kulturen nicht anzubauen, weil Arbeiter für den Anbau fehlen oder unklar ist, ob für die Beikraut-Regulierung Personal verfügbar sein wird.“ Versorgungsengpässe bei heimischem Gemüse könnten drohen.

„Könnten Marktanteile an die Deutschen verlieren“

Die über die Plattform www.dielebensmittelhelfer.at vermittelten Kräfte würden nur bedingt Abhilfe schaffen, weiß auch Werner Magoschitz, Obmann des Vereins „Genuss Region Marchfeldspargel g.g.A.“: „Die Wirkung ist begrenzt. Das funktioniert vielleicht bei Betrieben mit ein bis zwei Mitarbeitern.“

Neben Problemen wie Ausbildung, Durchhaltevermögen und Arbeitszeiten sieht er ein weiteres: „Ich kann nur Arbeitskräfte nehmen, die auch bereit sind, hier zu wohnen, um soziale Kontakte einzuschränken. Bei Pendlern wäre mir die Ansteckungsgefahr zu groß.“

Er verweist darauf, dass in Deutschland bereits 80.000 Arbeitskräfte aus dem Osten erlaubt worden wären: „Das kann dazu führen, dass wir Marktanteile an die Deutschen verlieren.“ Magoschitz und Zörnpfenning fordern daher politische Lösungen: „Wir würden uns ein Modell ähnlich wie bei den Pflegekräften wünschen.“