Parkplätze für Behinderte errichtet. Gemeinde errichtete zwei Stellplätze für körperlich eingeschränkte Mitbürger beim Friedhof in Gänserndorf. Ehemaliger Bürgerlisten-Gemeinderat glaubt aber nicht, dass diese gesetzeskonform sind.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 19. November 2020 (04:22)
Die neuen Stellflächen beim Gänserndorfer Friedhof: Laut VP-Bürgermeister René Lobner sind diese gesetzlich völlig korrekt ausgeführt.
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Später Erfolg für die ehemaligen Gemeinderäte Walter Krichbaumer (Bürgerliste) und Siegfried Junger (SPÖ): Die Gemeinde errichtete nun beim Friedhof zwei Behindertenparkplätze. Stellflächen für körperlich eingeschränkte Mitbürger hatten Krichbaumer und Junger seinerzeit gefordert. Trotzdem ist der einstige Bürgerlisten-Mandatar nicht ganz zufrieden.

„Die Vorgaben des Gesetzgebers wurden nur teilweise erfüllt“, meint Krichbaumer. Warum? „Weil die Größe der beiden Behindertenparkplätze auf keinen Fall passt.“ Die vorgeschriebene Mindestbreite sei 3,5 Meter, die Mindestlänge 5 Meter – wenn der Stellplatz senkrecht zur Fahrbahn ausgeführt ist.

„Die Größe der beiden Behindertenparkplätze passt auf keinen Fall.“ Walter Krichbaumer, Ex-Gemeinderat

„Wenn der Parkplatz parallel zur Fahrbahn angeordnet ist, beträgt die Breite ebenfalls mindestens 3,5 Meter, die Länge jedoch 6,7 Meter“, betont Krichbaumer. Dies alles sei auf der Internet-Seite des Sozialministeriums sowie im Rechtsinformationssystem nachzulesen: „Man könnte natürlich auch bei den Großmärkten in Gänserndorf nachmessen, die beherrschen das perfekt. Diese machen nicht aus Jux und Tollerei so große Parkplätze für Behinderte.“

Dass sich zwischen den beiden Stellflächen weiße Streifen befinden, schaue zwar schön aus, Krichbaumer glaubt aber nicht, dass diese dem Gesetz entsprechen: „Wenn mich der Bürgermeister gefragt hätte, ich hätte die Abmessungen auswendig gekannt.“

Lobenswert sei, dass der Friedhof eben und ohne Stufen erreichbar ist: „Weniger erfreulich ist, dass der Lenker des linken Fahrzeugs auf der Wiese aussteigen muss und somit über eine Geländestufe fallen könnte. Oder er muss rückwärts einparken, was für manche auch nicht so toll ist.“ Ob das dem Gesetz entspricht, müsse ebenfalls bezweifelt werden, sagt Krichbaumer abschließend.

Und was meint VP-Bürgermeister René Lobner? „Die Vorwürfe sind haltlos. Die beiden Parkplätze wurden von einem Verkehrsplaner berechnet. Sie sind gesetzlich völlig korrekt.“