54-Jähriger lag wochenlang tot am Boden. 54-jähriger Mann starb schon vor geraumer Zeit in seiner Wohnung, aber erst jetzt wurde der Leichnam entdeckt. Die Polizei kann Fremdverschulden ausschließen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 28. August 2019 (04:43)
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Für die Polizei ist der Fall klar: Kein Fremdverschulden – es war eine natürliche Todesursache.Schindler
Symbolfoto: Schindler

Aufgrund des Geruchs, der ins Stiegenhaus drang, wurden die anderen Mieter eines Mehrparteienhauses aufmerksam und alarmierten die Polizei. Diese machte schließlich die grausige Entdeckung: Der Wohnungsbesitzer lag tot neben seinem Bett. Er war bereits vor mehreren Wochen verstorben – auf natürliche Art und Weise.

Warum fiel es eigentlich niemandem auf, dass der Mann nicht mehr am Leben war? Gerald Reichl, oberster Kriminalist im Bezirk, erklärt im NÖN-Gespräch: „Er hatte keinerlei soziale Kontakte und auch keine Nahebeziehung zu Verwandten.“ Und weiter: „Fremdverschulden können wir auf jeden Fall ausschließen.“ Der arbeitslose Mann dürfte nach einem internistischen Notfall verstorben sein.

"Früher hatten die Menschen einfach viel mehr Kontakt"

Reichl weiter: „Es ist tragisch, aber so etwas kommt leider immer wieder vor. Alleinlebende Menschen ohne Angehörige werden mitunter lange Zeit von niemandem vermisst.“ Erst wenn der Postkasten überquillt, fällt es den Nachbarn vielleicht auf. Aber selbst dann reagieren viele nicht: „Weil sie zum Beispiel glauben, dass die Anrainer auf Urlaub sind.“

Das Ganze sei ein Problem der Zeit. „Früher hatten die Menschen einfach viel mehr und bessere Kontakte“, so Reichl.