Ärger mit der Post: Wo ist der Zusteller?. Post gesteht Fehler bei der Zustellung eines Pakets ein.

Von Sandra Frank. Erstellt am 15. Oktober 2020 (04:26)
Sein Paket konnte nicht zugestellt werden, obwohl Walter Krichbaumer zu Hause war.
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„Die Post bringt angeblich jedem was. Nun, nicht immer. Jedenfalls mir nicht ...“, erzählt Walter Krichbaumer, ehemaliger Gemeinderat in Gänserndorf. Er hat einige Dinge im Internet bestellt, die es in der Umgebung nicht gebe oder die nur teurer erhältlich seien. „Eine Bestellung umfasste Schutzmasken. Diese wurden mit der Post geschickt.“

Die Lieferung wurde für vergangenen Mittwoch zwischen 11.30 Uhr und 15.30 Uhr angekündigt. „Wir waren den ganzen Tag zu Hause. Ich habe um etwa 16 Uhr Blumen im Wohnzimmer gegossen, darum habe ich zufällig den Wagen der Post gesehen, der relativ rasch die untere Kellergasse herunterfuhr“, erinnert sich Krichbaumer. Da war ihm klar: Die Schutzmasken kommen heute nicht mehr. Was aber kam, war eine Nachricht auf post.at.

„Der Zusteller hat mich nicht angetroffen“, ärgert sich der Gänserndorfer, merkt aber ironisch an: „Er konnte mich nicht antreffen, dazu hätte er ja stehen bleiben müssen.“ Der Gänserndorfer telefonierte mit dem Kundendienst. Dort sei man freundlich gewesen und habe sich entschuldigt, eine zweite Zustellung konnte aber nicht zugesagt werden. Sein Paket mit den Schutzmasken war bereits am Gänserndorfer Postamt gelandet.

„Ich sehe nicht ein, warum ich – nur, weil ein Fahrer aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage ist, ein Paket korrekt zuzustellen – selbst zur Post gehen muss, um dies abzuholen.“ Diese Zeilen verfasste der ehemalige Mandatar in einem Schreiben an den Kundendienst der Post. Er und seine Gattin seien Risikopatienten, die in Zeiten von Corona nicht gern das Postamt aufsuchen würden. Außerdem habe er Beschwerden beim Stiegensteigen.

Paket doch zugestellt

Zwei Tage später meldete sich Krichbaumer erneut – und zwar erfreut: „Es geschehen ja doch noch Wunder!“ Das Paket wurde doch zugestellt. Der Zusteller habe sehr gestresst gewirkt, weil Krichbaumer sich mehrfach beschwert habe.

Post-Sprecher Michael Homola fasst die Ereignisse zusammen: „Ja, es ist ein Fehler passiert. Aber nichts Dramatisches.“ An besagtem Tag sei einer Ersatzzusteller in einem Teil von Gänserndorf unterwegs gewesen. „Dieser konnte die Adresse – trotz Nachfrage bei Anrainern – nicht finden“, erklärt Homola. Unter anderen deswegen, weil ein Lkw die Sicht auf die Adresse verstellt hatte. Aufgrund der Urgenz von Walter Krichbaumer habe der Zusteller die Sendung vergangenen Freitag von der Filiale abgeholt und sich dort nach der Adresse erkundigt, um das Paket dieses Mal erfolgreich zustellen zu können.

Der Postwagen, den Krichbaumer beim Blumengießen sah, sei vermutlich der des Briefträgers und nicht das Auto des Paketzustellers gewesen. „Diese haben in der Regel nämlich weiße Fahrzeuge“, klärt Homola die Kunden auf.