Alte Synagoge: „Will g’scheite Lösung für alle“. Bundesdenkmalamt verhängte erneut Schutz, Stadtchef Lobner ist gelassen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 17. April 2019 (04:20)
Schindler
Die ehemalige Synagoge in Gänserndorf steht nun doch wieder unter Schutz des Bundesdenkmalamts – dieses führt eine bauhistorische Überprüfung durch.

Das Bundesdenkmalamt stellte die ehemalige Synagoge und das angrenzende Rabbinerhaus unter dauerhaften Schutz. Doch so dauerhaft wie noch im November des Vorjahres verkündet wurde, sollte der Schutz nun doch nicht sein: Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bescheid des Bundesdenkmalamts – nach Einspruch der Stadtgemeinde – aufgehoben. Wie reagierte das Bundesdenkmalamt? Mit erneutem Schutz für eine bauhistorische Überprüfung.

„Das Bundesverwaltungsgericht hat unserem Einspruch stattgegeben, weil unzureichend ermittelt wurde“, fühlt sich René Lobner, ÖVP-Bürgermeister der Stadt Gänserndorf, bestätigt. Jetzt muss die Bezirkshauptstadt erneut auf das Ergebnis eines Gutachters warten. Lobner ist sicher: Das Bundesdenkmalamt wird das baufällige Gebäude wieder unter Schutz stellen wollen. Sollte das tatsächlich eintreten, werde die Gemeinde erneut Einspruch erheben.

„Unabhängig von den ganzen Gutachten habe ich mich mit Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde und des Bundesdenkmalamts getroffen, um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen“, sagt Lobner. Es gebe bereits einige Vorschläge; welche das sind, will der Stadtchef noch nicht verraten. Was aber sicher ist: „Wir wollen einen Ort des Gedenkens ermöglichen.“

Bürgermeister ist Denkmalamt im Wort

Dass das Bundesdenkmalamt die ehemalige Synagoge erneut unter Schutz stellt, kann Lobner aus vielen Gründen nicht nachvollziehen. Einer davon ist: „Ich habe mein Wort gegeben, dass mit dem Gebäude nichts passieren wird, solange es keine g’scheite Lösung für alle gibt.“ Und das, obwohl nach wie vor ein gültiger Gemeinderatsbeschluss zum Abriss des ehemaligen Gebetshauses aus dem Jahre 2014 vorliegt.

Trotz neuerlicher Überprüfung ist der Stadtchef guter Dinge. „Das Bundesverwaltungsgericht hat das Gutachten des Bundesdenkmalamts in der Luft zerrissen.“ Das bestätige, dass der dauerhafte Denkmalschutz damals ein Schnellschuss gewesen sei.