Aus für die Jobwerkstatt. Grünen-Vizebürgermeisterin protestiert gegen Einstellung der Jugend-Einrichtung. Das AMS versteht Aufregung nicht: Es sei von Beginn an klar gewesen, dass Projekt befristet ist.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 26. Mai 2018 (13:59)
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Grünen-Vizebürgermeisterin Margot Linke: „Es gab viele tolle gemeinsame Projekte.“
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Die Jobwerkstatt – eine Einrichtung für Jugendliche, die Probleme beim Schulabschluss bzw. bei der Arbeitssuche haben – wird es ab Ende September nicht mehr geben. Sehr zum Ärger von Grünen-Vizebürgermeisterin Margot Linke: „Ich protestiere auf das Schärfste gegen die Schließung einer derartig wichtigen und erfolgreichen Einrichtung.“

Zur Erklärung: Bei der Jobwerkstatt handelt es sich um ein Projekt, das das WIFI NÖ durchführt und das vom AMS NÖ sowie von der Stadtgemeinde Gänserndorf finanziert wird. Hier werden Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren, die zum Beispiel die Schule abgebrochen haben oder selbstständig keine Erfolge bei der Suche nach einer Lehrstelle oder einem Job erzielen konnten, unterstützt. Die Gänserndorfer Einrichtung, in der derzeit etwa 30 Jugendliche betreut werden, gibt es seit Dezember 2014.

„Wohin werden sie in Zukunft vermittelt?“

Linke empört: „Die Stadtgemeinde arbeitet seit der Gründung sehr eng mit der Jobwerkstatt zusammen. Viele gemeinsame Projekte sind entstanden, darunter das Gänserndorf-Kistl, der Gansl- und der Biber-Steg sowie zahlreiche Caterings.“

Gerade die Jobwerkstatt sei eine äußerst effektive AMS-Maßnahme: „Wohin werden diese Jugendlichen in Zukunft vermittelt?“ Die Grüne spricht sich vehement für das Weiterbestehen der Einrichtung aus.

Beim AMS kann man die Aufregung nicht nachvollziehen: „Die Jobwerkstatt wird als Kurs geführt und ist – das sehen die Vergaberichtlinien des Arbeitsmarktservice so vor – für eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen.“ Maximal ein Jahr dürfe das Projekt verlängert werden. Eine weitere Fortführung über das Jahr 2018 hinaus sei somit nicht zulässig: „Wir sprechen hier daher auch von einem Auslaufen eines Kurses und nicht vom Schließen eines Projektes.“

Außerdem, so das AMS, werde man weiterhin passende Angebote für Jugendliche im Bezirk einrichten. Die Vorbereitungen dazu seien bereits im Laufen.


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