Baumfällung sorgt für Polit-Hickhack im Internet. Ein alter Holzriese musste wegen eines Bauprojekts der Gemeinde Gänserndorf umgeschnitten werden. Grüne sauer.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 03. Dezember 2020 (04:43)
Die Fällung eines alten Baumes am Grundstück der einstigen Weiser-Villa stört die Grünen gewaltig.
Grüne

Dass ein alter Baum am Grundstück der ehemaligen Weiser-Villa, das mittlerweile der Gemeinde gehört, gefällt wurde, stößt den Grünen sauer auf. „Große Bäume bieten Lebensraum, sie prägen das Ortsbild und produzieren Sauerstoff. Dieser Baum war nicht im städtischen Kataster, weil er sich bis vor Kurzem noch in Privatbesitz befand – fehlen wird er trotzdem“, schrieb die Öko-Partei auf ihrer Facebook-Seite. Die Reaktionen folgten prompt.

Michael Sebestian-Hübsch, der auf dem besagten Grundstück künftig sein Geschäftslokal betreiben wird, postete: „Ich verstehe natürlich eure Sorge ob eines gesunden Baumbestandes. In diesem Fall ist es aber im Zuge der Revitalisierung der Villa erforderlich, den Baum auch aus baulichen Gründen zu entfernen.“ Neben dem Baum befinden sich zwei alte, eingewachsene Abwasserschächte, die für die künftige Platzgestaltung weichen müssen.

„Wir können doch nicht das Projekt rund um den Baum bauen.“ René Lobner, VP-Bürgermeister

Sebestian-Hübsch weiter: „Außerdem wachsen die Wurzeln bis in den Keller- und Fundamentbereich des Hauses – dadurch ist bereits der Stiegenabgang zur Kellergasse aufgebrochen.“ Auch dieser Bereich müsse saniert bzw. erneuert werden.

„Im Rahmen der Projektplanung war von vornherein klar, dass an dem hinter der Villa anschließenden kleinen Platz drei neue Bäume gepflanzt sowie weitere Begrünungen vorgenommen werden“, betont der Unternehmer abschließend.

Danach postete VP-Bürgermeister René Lobner. Der Beitrag der Öko-Partei sei „typisch grüne Panikmache, ohne Fakten zu kennen“. Nachsatz: „Macht weiter so.“ Dies wiederum veranlasste die Grünen zu folgendem Posting: „Die Bilder sind Fakten.“

Lobner später zur NÖN: „Fakt ist, dass es sich um einen Nadelbaum handelt – wir können doch nicht das Projekt rund um diesen Baum bauen.“ Die ganze Aufregung der Öko-Partei sei wieder einmal nur ein Sturm im Wasserglas, so der Stadtchef.