Bausperre: Tauziehen dauert an. SP-Fraktionschef Burghardt wirft der ÖVP Enteignung von ganz Gänserndorf-Süd vor. VP-Bürgermeister Lobner dreht Spieß um.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 08. Februar 2019 (04:00)
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Die beschlossene dreijährige Bausperre in Gänserndorf-Süd erhitzt weiter die Gemüter.

Auch nach der Gemeinderatssitzung ging die Debatte wegen der allgemeinen Bausperre in Gänserndorf-Süd  weiter. SP-Fraktionschef Florian Burghardt spricht sogar davon, dass die ÖVP mit dem Beschluss „ganz Gänserndorf-Süd enteignet hat“. Und: „VP-Bürgermeister Lobner betreibt derzeit Angstmache im Stile der schwarz-blauen Bundesregierung.“

Woran genau stoßen sich eigentlich die roten Genossen? Burghardt: „Die Argumentation der fehlenden Infrastruktur ist haltlos, im Vorjahr wurde erst eine Volksschule in Süd eröffnet, es gibt dort einen Nahversorger und auch an Kindergärten mangelt es nicht.“

„Die Argumentation der fehlenden Infrastruktur ist haltlos, im Vorjahr wurde erst eine Volksschule in Süd eröffnet, es gibt dort einen Nahversorger und auch an Kindergärten mangelt es nicht.“SP-Fraktionschef Burghardt

Für den SP-Politiker steht fest: Die komplette Bausperre enteigne alle Grundbesitzer und „die gewöhnlichen Häuslbauer müssen in Zukunft beim Bürgermeister um Erlaubnis betteln“. Zur Erklärung: Durch die allgemeine Bausperre brauchen auch Gänserndorfer, die in Süd ein Einfamilienhaus errichten wollen, künftig einen Gemeinderatsbeschluss.

Das wiederum stellt laut Lobner kein Problem dar: „Der Gemeinderat wird sicherlich nicht gegen den Bau von herkömmliche Einfamilienhäusern stimmen. Wir müssen nur mit aller Kraft Großprojekte von Bauträgern und somit einen unkoordinierten Zuzug nach Gänserndorf unterbinden.“ Dies habe er bereits vor seinem Amtsantritt den Bürgern versprochen.

Und was ist mit der von Burghardt angesprochenen Infrastruktur, die in Süd angeblich ohnehin vorhanden sei? Lobner: „Die beiden Kindergärten und die soeben erst errichtete Volksschule würden in kürzester Zeit zu wenig Kapazitäten haben – abgesehen von den neu zu errichtenden Wasser- und Kanalanschlüssen sowie dem enormen Verkehrsaufkommen.“ In Wirklichkeit habe die SPÖ gegen die Interessen der Bürger gestimmt, so der Stadtchef.