AK-Bilanz: Für Arbeitnehmer 2,18 Mio. erkämpft. Interessenvertreter halfen auch im Vorjahr Dienstnehmern, ausstehende Zahlungen von Firmenchefs einzufordern.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 27. Februar 2019 (05:25)
Szeker
AKNÖ-Vizepräsident Horst Pammer und Gänserndorfs AK-Bezirkstellenleiter Robert Taibl (r.) bei der Präsentation der Leistungsbilanz der Gänserndorfer Bezirksstelle.

AKNÖ-Vizepräsident Horst Pammer und Gänserndorfs AK-Bezirkstellenleiter Robert Taibl präsentierten vergangene Woche die Leistungsbilanz 2018 der Gänserndorfer Bezirksstelle. Und die kann sich sehen lassen: Insgesamt 5.364 Beratungsgespräche wurden vergangenes Jahr geführt, das sind über 20 pro Arbeitstag. Dabei wurden 2,18 Millionen Euro für die Mitglieder erkämpft (im Jahr davor waren es 1,94 Millionen Euro). 222 Fälle mussten vor Gericht ausgefochten werden.

Taibl fordert in diesem Zusammenhang dazu auf, Kündigungen immer schriftlich abzuschließen, und verdeutlicht dies an einem Beispiel: Ein Metallarbeiter aus dem Bezirk nahm sich für zwei Wochen Urlaub und vereinbarte telefonisch mit seinem Chef, dass er mit Urlaubsende kündigt. Als der besagte Dienstnehmer seine Arbeit dann in einen Konkurrenzbetrieb wieder aufnahm, wollte der ehemalige Vorgesetzte von der Kündigung nichts mehr wissen. „In solchen Fällen ist es schwierig, ausstehende Zahlungen einzufordern“, erklärt Taibl.

"Insgesamt leben hier rund 15.000 Beschäftigte"

Der AK-Bezirksstellenleiter kann sich auch an einen besonders kuriosen Fall erinnern, der sich schon vor vielen Jahren ereignete: Ein Dienstnehmer wollte seine Abfertigung nicht verlieren, der Arbeitgeber wollte sie nicht zahlen. Beide kündigten daher das Arbeitsverhältnis nicht und erst nach fünf Verhandlungen vor Gericht fand man einen gangbaren Weg.

Pammer wiederum weist auf die Herausforderungen und Veränderungen hin, die auf den Bezirk zukommen: „Insgesamt leben hier rund 15.000 Beschäftigte, wobei auch viele Pendler die Bezirksstellen aufsuchen. Daher sind diese auch weiterhin sehr wichtig.“

Das Aufgabenspektrum der AK habe sich zudem verändert: „Wir haben das Angebot erweitert, Mietrechtsberatungen sind im Steigen und im Sozialrecht Fragen bezüglich Pflege“, so Pammer abschließend.

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