Paukenschlag: Lagerhaus sperrt Filialen. Die Standorte Raasdorf, Mannersdorf und Lassee schließen für immer ihre Pforten. Der Kfz-Teil der Lagerhaus-Werkstätte in Gänserndorf wiederum wird vermietet.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 28. November 2018 (06:12)
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Die Lagerhaus-Genossenschaft Marchfeld organisiert sich neu und bündelt ihre Kompetenz in drei übergeordneten Betreuungsregionen – die „Region Gemüsebau“, die „Region Ost“ sowie die „Region B8“ entlang der Angerner Straße, die sich hinsichtlich der hier jeweils vorherrschenden Bewirtschaftungsart ergeben.
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Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Das Raiffeisen Lagerhaus Marchfeld wird drei Standorte schließen, nämlich jene in Raasdorf, Mannersdorf und Lassee. Letzterer wird künftig nur noch als Lager dienen. Und: In der Bezirkshauptstadt Gänserndorf wird die Kfz-Werkstätte abgestoßen und vermietet.

Im NÖN-Bericht der Vorwoche über ein Gerücht, dass die Gänserndorfer Werkstätte geschlossen werden soll, gab sich Lagerhaus-Marchfeld-Geschäftsführer Rudolf Brandhuber noch zugeknöpft und meinte nur, dass bis dato keine Entscheidung gefallen sei. Kurz nach dem Erscheinen des Berichts bekam die NÖN einen weiteren anonymen Hinweis: Diesmal war davon die Rede, dass auch die Filialen in Rassdorf, Mannersdorf und Lassee geschlossen werden sollen.

Was sagt Brandhuber dazu? „Es kommt ein neues Standorte-Netz. Wir reagieren damit auf den Strukturwandel und stellen uns neu auf, um künftig ein starker Partner für die Landwirte in der Region zu bleiben.“ Konkret bedeutet dies Folgendes: Die Gemüsebauern werden in Zukunft über die Standorte Obersiebenbrunn, Orth und Deutsch-Wagram betreut, während die Filiale Raasdorf nicht weitergeführt wird. An der B8 fungieren die Standorte Angern und Gänserndorf künftig als agrarische Kompetenzzentren. Bestehen bleiben weiters die Filialen Auersthal und Oberweiden, während Mannersdorf geschlossen wird.

"Strukturen werden in den nächsten Jahrzehnten Bestand haben"

Brandhuber: „In der Ost-Region bleiben alle Standorte, nämlich Kopfstetten, Lassee, Marchegg und Untersiebenbrunn prinzipiell bestehen. Da aber auch hier die Kompetenzen an größeren Standorten gebündelt werden und eine effizientere Logistik der Warenströme notwendig ist, wird Lassee nur noch als Lagerbetrieb genutzt.“ Weitere Reorganisationsmaßnahmen betreffen den Technikbereich. Der Kfz-Teil der Werkstätte Gänserndorf wird vermietet, während die Landmaschinenwerkstätte (Lkw) und Prüfstraße vom Lagerhaus Marchfeld weiter betrieben werden.

„Das Landtechnik-Kompetenzzentrum Obersiebenbrunn hingegen wird gestärkt und zukünftig alle Sortimente der Lagerhaustechnik bieten“, verrät Brandhuber. Was ist eigentlich der Grund für die Reorganisation? „Aufgrund des sich abzeichnenden Klimawandels sind die Landwirte in unserer Region heuer zum zweiten Mal in Folge von enttäuschenden Ernteergebnissen betroffen. Diese Entwicklung spürt auch das Lagerhaus Marchfeld.“ Trotz des drastischen Strukturwandels in der Landwirtschaft habe man bislang eine kleinteilige Struktur aufrechterhalten.

„Mit dem neu aufgestellten Lagerhaus Marchfeld schaffen wir auf einen Schlag starke Strukturen, die in den nächsten Jahrzehnten Bestand haben werden.“ Für einige Bauern bedeute dies natürlich eine Umstellung. „Sie müssen eventuell einen anderen Standort anfahren, der entweder gleich weit oder in einigen Fällen um 5 bis 10 Kilometer weiter entfernt liegt“, so Brandhuber abschließend.