Pkw-Neuzulassungen: Mazda vor VW & Hyundai. Im Bezirk dominiert nicht wie niederösterreich- und bundesweit Volkswagen, sondern ein Japaner den Automarkt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 24. Januar 2019 (04:36)
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Mazda heißt der große Sieger, was die Anzahl der Pkw-Neuzulassungen 2018 in der Region betrifft: Insgesamt 425 Fahrzeuge des japanischen Herstellers wurden im Vorjahr im Bezirk Gänserndorf erstmals angemeldet, so die Zahlen der Statistik Austria. Auf Platz zwei landete der deutsche VW mit 359 Neuzulassungen, gefolgt vom koreanischen Hyundai mit 358, dem französischen Renault mit 215 und dem rumänischen Dacia, der zum Renault-Konzern gehört, mit 213.

Das Ranking im Vergleich zum Jahr 2017 veränderte sich nur geringfügig: Damals führte Hyundai mit 348 Neuzulassungen im Bezirk, gefolgt von Mazda (345), VW (336), Renault (226) und Dacia (220). Wie zufrieden oder unzufrieden sind eigentlich die heimischen Autohändler mit den aktuellen Zahlen? Die NÖN fragte nach.

VW ist im Bezirk nicht auf Platz eins

Dass Volkswagen im Bezirk Gänserndorf nicht wie im restlichen NÖ bzw. Österreich Marktführer ist, nimmt Gerhard Schey, Geschäftsführer des Gänserndorfer VW-Wiesinger-Autohauses, gelassen: „Mazda und Hyundai haben im Gegensatz zu uns immer wieder Kurzzulassungs-Aktionen.“ Das wirke sich eben aus. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass zum VW-Konzern auch Skoda, Seat und Audi gehören. Zählt man diese Marken dazu (Skoda 204, Seat 144 und Audi 39 Neuzulassungen im Vorjahr im Bezirk), lasse man Mazda und Hyundai weit hinter sich.

Auch Gerhard Lauer, Chef des gleichnamigen Renault-Autohauses in Gänserndorf, kann sich über die jüngsten Zahlen nicht beklagen: „Wir haben ja auch den Dacia, der sich sehr gut verkauft, und unsere Elektro-Autos.“ Zwischen 10 und 15 Prozent der Renault-Modelle, die Lauer eigenen Aussagen nach an den Mann bzw. die Frau bringt, sind bereits E-Autos. Das Betriebsareal ist mittlerweile zu klein geworden: „Deshalb werden wir einen zweiten 5.800 Quadratmeter großen Standort gegenüber dem ÖAMTC errichten. Im März starten wir mit dem Bau, Ende des Jahres soll er fertig sein. Der gehört dann ganz Dacia.“

Grund zur Freude haben auch die „Asiaten“. Prokurist Andreas Obetzhauser vom Deutsch-Wagramer „Mazda Vock & Seiter“ über den ersten Platz: „Uns trifft die Diesel-Verteufelung nicht so sehr wie die deutschen Autohersteller, weil wir auch bei Benzinmotoren immer stark waren.“ Wird es auch von Mazda einmal ein Elektro-Auto geben? „Ja, vermutlich 2021. Unser Herz hängt aber nicht an dieser Antriebstechnik. Was die Umweltbelastung betrifft, ist das E-Auto sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss.“

Ähnlich sieht es auch Senior-Chef Lorenz Wendt vom Strasshofer „Inter-Car Hyundai“: „Die Zukunft ist das Wasserstoff-Auto. Leider gibt es in Österreich bisher nicht einmal zehn Tankstellen dafür.“ Warum wurde Hyundai von Mazda vom ersten Platz bei den Neuzulassungen im Bezirk verdrängt? „Weil wir keine Tageszulassungs-Aktionen hatten. Unser Betrieb ist trotzdem zufrieden, wir hatten ein Plus.“