Woche der Landwirtschaft: Vorzeigeküche im PBZ. Küchenchefin Eveline Pazderka lebt die Initiative der Bauernkammer bereits: Sie kauft regional und saisonal.

Von Sandra Frank. Erstellt am 27. Juni 2018 (04:09)
Wollen, dass der Konsument weiß, wo sein Essen herkommt (v.l.): Manfred Zörnpfenning, Gebietsbäuerin Michaela Zuschmann, Angela Baumgartner, Küchenleiterin Eveline Pazderka und Ursula Streicher.
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„Ich hab‘ früher jeden Tag gekocht. Als Abgeordnete muss ich viel auswärts essen. Da frage ich mich oft: Was is‘ da eigentlich drin?“, schildert VP-Nationalratsabgeordnete Angela Baumgartner ihren neuen Alltag.

Genau da setzt die Bauerkammer in der Woche der Landwirtschaft an, bei der Kennzeichnung der Lebensmittel, auch in Großküchen. „Beim Wein ist es schon selbstverständlich, da hast sogar schon die Riede dabei stehen“, sagt Kammerobmann Manfred Zörnpfenning. Bei Fleisch und Gemüse sollte ein Herkunftshinweis darum ein Leichtes sein.

"Das ganze Leben lang ist Essen etwas Wichtiges"

An der Initiative „Unser Essen: Gut zu wissen, wo‘s herkommt“ beteiligte sich das Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) von Anfang an. „Wir sind stolz darauf, eine Pilotküche zu sein“, sagt PBZ-Leiterin Ursula Streicher. „Das ganze Leben lang ist Essen etwas Wichtiges. Im Alter wird es noch wichtiger“, weiß sie.

Darum müsse genau darauf geachtet werden, was auf den Tisch kommt. Für Küchenleiterin Eveline Pazderka ist das eine Herzensangelegenheit. „Ich liebe es wirklich, regional einzukaufen“, achtet die Köchin auf Regionalität, aber auch darauf, saisonale Produkte zu verwenden. Der Kontakt zu den Lieferanten ist ihr sehr wichtig, denn: „So können wir auf Sonderwünsche rasch reagieren.“

Eine Herausforderung sei es, die entsprechende Menge zu besorgen: „Du brauchst gleich einmal 100 Kilo Erdäpfel, die du an einem Tag verarbeiten musst“, erzählt Streicher. „Das PBZ ist sicher ein Vorzeigebetrieb“, lobt Zörnpfenning, der ein Problem anspricht: Obwohl es seit vier Wochen Erdäpfel aus Österreich gibt, bietet ein Supermarkt trotzdem Kartoffeln aus Frankreich an.

Für Baumgartner ist ganz klar: „Es muss bei den Konsumenten Bewusstsein geschaffen werden.“ Diese müssen informiert werden, dass Essen Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit habe. „Die Leute kaufen sich einen Gasgrill um 800 Euro, das Fleisch darf aber nichts kosten. Das muss sich ändern.“

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