Déjà-vu: Obdachlose sorgen in Zügen erneut für Ärger. Wieder Beschwerden wegen verschmutzter und stinkender Waggons. Die ÖBB versprechen Besserung.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 27. November 2019 (05:37)
Immer wieder kommt es vor: Ein Obdachloser im Zug von Gänserndorf nach Wien.
privat

Schon im März dieses Jahres berichtete die NÖN über Probleme mit Obdachlosen in den S-Bahn-Garnituren von Gänserndorf in Richtung Wien. Die ÖBB versprachen damals, sich der Sache anzunehmen. Jetzt gibt es wieder Beschwerden von Pendlern.

„Leider treten die Probleme jetzt noch häufiger auf als im Frühjahr“, ärgert sich Elke B. (Name der Redaktion bekannt). Sie pendelt täglich von Gänserndorf nach Wien: „Kaum ist es kälter geworden, stinken die Waggons in der Früh unerträglich nach Urin und sind zum Teil sogar mit Kot beschmiert.“ Die Gänserndorferin weiter: „Wie kommt der zahlende Fahrgast eigentlich dazu, sich neben betrunkene Obdachlose setzen zu müssen? Warum werden diese Menschen nicht des Wagens verwiesen? Und warum werden die Waggons nicht versperrt, wenn sie länger stehen?“

Elke B. weiß, dass es sich um ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem handelt, aber für Pendler sei die Situation eben unerträglich.

Was sagen die ÖBB dazu? Sprecher Christopher Seif: „Wir kennen das Problem und werden in den nächsten Wochen verstärkt versuchen, die Situation in Gänserndorf zu verbessern.“ Welche Maßnahmen können die Bundesbahnen in solchen Fällen setzen? „Wir stimmen uns mit den Sozialeinrichtungen der jeweiligen Gemeinde ab. Dann führen wir eine mit der Exekutive, der Gemeinde und den Hilfsorganisationen abgestimmte Schwerpunktkontrolle durch.“

ÖBB-Ziel: Obdachlose schon in Wien abfangen

Letztere betreffen vor allem die von Wien ausgehenden Abendzüge ins Umland. Dadurch sollen Unterstandslose bereits in der Bundeshauptstadt an Hilfsorganisationen übergeben und die Nächtigung in den Hinterstellbahnhöfen verhindert werden. Seif: „Fahrten oder Nächtigungen von Obdachlosen können aber nie ausgeschlossen werden.“ Gerade die letzte große Schwerpunktaktion habe die Problematik von derartigen Nächtigungen spürbar verbessert: „Wobei damit das eigentliche gesellschaftliche Problem natürlich nicht gelöst wird.“

Übrigens: Alle Zug-Garnituren werden bei der Ankunft gereinigt. Der zuständige Mitarbeiter muss die Waggons vor Abfahrt besichtigen und im Falle einer Verunreinigung entsprechende Schritte einleiten. Das heißt: Der Zugbegleiter bzw. Lokführer meldet dies und es wird noch eine Kleinreinigung versucht – inklusive Spray zur Geruchsbeseitigung. „Wenn es nicht anders möglich ist, muss ein Zug schlimmstenfalls auch einmal ausfallen“, erklärt Seif.

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