Ehemaliger Safaripark: „Affen waren Todesstoß“. Zeitzeuge meldet sich zu Wort. Er meint, dass die Labor-Schimpansen dem Betrieb finanziell das Genick brachen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 23. Januar 2019 (05:21)
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Die ehemaligen Labor-Schimpansen der Firma Baxter (vormals Immuno) werden derzeit vom Gut Aiderbichl am Safaripark-Gelände betreut.
Schindler

Für Aufsehen sorgte der letztwöchige NÖN-Bericht über den Gänserndorfer Safaripark, der vor genau 15 Jahren pleiteging und für immer seine Pforten schloss. Zahlreiche Leser meldeten sich zu Wort, die neben Misswirtschaft und fehlender Attraktivierungs-Maßnahmen noch andere Gründe für den Konkurs sehen.

Einer von ihnen ist Helmut Rentsch aus Neumünster (Deutschland): „Ich hatte damals mit einer Handvoll Tierfreunde versucht, den Safaripark zu retten – leider ohne Erfolg, da die großen Tierschutzorganisationen nicht mitzogen, sondern stattdessen vor Wildtier-Zirkussen gegen die Elefantenhaltung demonstrierten.“

"Die benötigten einfach zu viel Geld"

Rentsch ist überzeugt, dass die ehemaligen Labor-Affen der Pharma-Firma Baxter dem Safaripark letztendlich das Genick brachen: „Die benötigten einfach zu viel Geld. Hier waren die Gutmütigkeit und das Vertrauen seitens der Safaripark-Betreiber zu groß. Man wollte den Tieren helfen, ohne dabei die finanziellen Konsequenzen zu sehen – ein fataler Fehler.“

Hätte das Gut Aiderbichl die Affen schon damals übernommen, wäre die Rettung des Safariparks wesentlich einfacher gewesen, so der Deutsche: „In meinen Augen war alles von Anfang an geplant, da der Safaripark ein Dorn im Auge gewisser Leute war, die dummerweise auch noch politischen Einfluss hatten.“

Rentsch selbst glaubte bis zuletzt daran, dass man aus dem Safaripark eine Wildtier-Auffangstation für ganz Europa hätte erschaffen können: „Eine Heimat für Wildtiere, die auch heute kaum wo unterkommen.“