Finanzielle Pleite: Salzgrotte ging die Luft aus

Während der Corona-Lockdowns musste die Gesundheitseinrichtung in Gänserndorf in ihren umsatzstärksten Monaten geschlossen sein. Auch jetzt noch bleiben die Kunden aus.

Thomas Schindler
Thomas Schindler Erstellt am 29. September 2021 | 05:55
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Bei der Eröffnung der Salzgrotte im September 2012 war die Welt für Victoria Staringer (l.) und ihre Geschäftspartnerin Brigitte Zartl noch in Ordnung.
Foto: Thomas Schindler

Aus der Traum – die Salzgrotte ist finanziell am Ende und muss mit Ende November schließen. Dies bestätigt Betreiberin Victoria Staringer im NÖN-Gespräch. Jetzt wird ein Nachfolger gesucht, der die Gesundheitseinrichtung vielleicht weiterführt.

Zur Erinnerung: Es war im September 2012, als Staringer und ihre Mutter Brigitte Zartl an der Gänserndorfer Hauptstraße die erste öffentliche Salzgrotte in ganz NÖ eröffneten. Und das Geschäft lief in der Folge gut. Das Prinzip der Salzgrotte: Besucher können bei einer Lufttemperatur von angenehmen 20 bis 22 Grad gesunde Meeresluft atmen. An den Wänden und der Decke befinden sich Salzziegeln und Salzbrocken vom Himalaja. Am Boden liegt eine dicke Schicht Salz vom Toten Meer.

Wie drei Tage am Meer

Eine Klimaanlage mit Ionisator erzeugt 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Der hohe Salzgehalt in der Luft wirkt sich positiv auf Menschen mit Asthma, Bronchitis und diversen Allergien aus. Auch bei Hautproblemen und Stress hilft die Meeresluft. 45 Minuten dauert eine Therapiesitzung. Dies entspricht einem dreitägigen Aufenthalt am Meer.

Wie kam es nun zu den finanziellen Problemen? Staringer: „Wegen der Corona-Pandemie. Wir mussten das Geschäft in unserer umsatzstärksten Zeit – im Winter – komplett geschlossen lassen.“ Insgesamt neun Monate dufte nicht geöffnet werden, so die Betreiberin: „Die Entschädigung vom Staat war zu wenig, die Fixkosten blieben.“

Nachfolger wird gesucht

Aber auch nach der Wiedereröffnung wurde es nicht viel besser: „Manche Kunden wollen die 3G-Regel nicht akzeptieren. Andere haben Angst, dass sie sich bei uns oder am Weg zu uns anstecken. Die gehen nur noch kurz zum Einkaufen außer Haus.“ Jetzt wird ein Nachfolger gesucht: „Vielleicht jemand mit einem zweiten beruflichen Standbein – ein Masseur oder Physiotherapeut zum Beispiel.“