Frühere Synagoge geschützt

Bundesdenkmalamt stellte jetzt ehemaliges Bethaus und angrenzendes Rabbinerhaus unter dauerhaften Schutz.

Aktualisiert am 12. November 2018 | 18:04
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Die ehemalige Synagoge, in der derzeit das Jugendzentrum untergebracht ist, ist schwer desolat und soll im Sommer abgerissen werden.
Foto: Schindler

Das Tauziehen um den geplanten Abbruch der einstigen Synagoge in der Bahnstraße 60 und des benachbarten Rabbinerhauses hat nun ein Ende: Das Bundesdenkmalamt stellte beide Gebäude unter Schutz. Eine bauliche Veränderung bzw. Abriss der Objekte bedarf jetzt einer Genehmigung durch die Behörde. Der Bescheid kann noch innerhalb der nächsten vier Wochen beeinsprucht werden.

Zur Erinnerung: Der Abbruch war politisch schon längst beschlossen. Weil aber plötzlich Gegner des Vorhabens, allen voran die Grünen und Historikerin Ingrid Oberndorfer, heftigen Widerstand leisteten, nahm sich das Denkmalamt des Falles an und verhängte im Sommer wegen „Gefahr in Verzug“ einen vorläufigen Abriss-Stopp – sehr zum Ärger von VP-Bürgermeister René Lobner, der anstelle der beiden Gebäude Parkplätze und eine Grünfläche mit Gedenktafel errichten wollte.

Lobner: "Werden Einspruch erheben"

Sollte es zu Beschwerden gegen die Entscheidung des Denkmalamts kommen, wäre als nächste Instanz das Bundesverwaltungsgericht am Zug. Die mittlerweile schwer desolate ehemalige Synagoge wurde 1889 vom Architekten Jakob Modern erbaut und 1908 um das Rabbinerhaus erweitert.

Was sagt Lobner zur neuesten Entwicklung? „Wir werden natürlich Einspruch erheben. Es hat doch keinen Sinn, wenn die beiden verfallenen Gebäude – das Rabbinerhaus ist sogar einsturzgefährdet – stehen bleiben. Meine Idee wäre, einen Künstler zu beauftragen, der hier einen Platz des Gedenkens schafft.“