Gedenkstunde für Juden bei ehemaliger Synagoge. Am Montag wurde der von den Nazis Vertriebenen und Ermordeten gedacht.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 09. November 2020 (19:55)
Historikerin Ingrid Oberndorfer und Albert Dlabaja (Vizepräsident des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes) bei der Gedenkstunde an die Opfer der Shoah.
Mauritsch

Historikerin Ingrid Oberndorfer – sie ist auch Obfrau des Vereins „Freunde von Jüdischer Geschichte und Jüdischen Friedhöfen“ – rief in Erinnerung an das Novemberpogrom 1938 am Montagabend zur Gedenkstunde bei der ehemaligen Synagoge.

434 Mitglieder hatte die jüdische Gemeinde gezählt, bevor sie 1938 aufgelöst wurde. Nach einem Lied von Albert Dlabaja, Vizepräsident des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes, wurden die ersten 80 Namen (alphabetisch gereiht) der deportierten und ermordeten Mitglieder verlesen.

Oberndorfer plant, jedes Jahr am 9. November eine Gedenkstunde abzuhalten und das Jahr jeweils einem anderen Mitglied zu widmen – als erstes Herta Lustig. Sie wurde in Deutsch-Wagram geboren und mit 22 Jahren nach ihrer Deportation ermordet.