Gefahr: Rabbi-Haus droht einzustürzen. Nach Gutachten eines Bausachverständigen des Landes: Die Stadtgemeinde musste ein Betretungsverbot für die ehemalige Synagoge und das einstige Rabbinerhaus aussprechen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 09. August 2018 (05:03)
Gemeinde
Die ehemalige Synagoge in der Bahnstraße 60 ist schwer desolat. Im Dach gibt es zum Beispiel Löcher, durch die bei starkem Regen Wasser eindringt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Haus einsturzgefährdet ist.

Noch prüft das Bundesdenkmalamt, ob die ehemalige Synagoge in der Bahnstraße 60 bzw. das einstige Rabbinerhaus in der Eichamtstraße 51 erhaltenswert sind (die NÖN berichtete).

In der Zwischenzeit führte ein Sachverständiger des Landes eine baubehördliche Überprüfung der beiden Gebäude durch. Fazit: Das Rabbinerhaus ist einsturzgefährdet, weshalb ein Betretungsverbot ausgesprochen werden musste. Die schwer desolate Synagoge darf ebenfalls nicht mehr betreten werden, auch wenn hier (noch) keine Einsturzgefahr besteht.

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Das ehemalige Rabbinerhaus in der Eichamtstraße 51: Nasse und verschimmelte Wände und Böden. Ein Einsturz der Decke kann nicht mehr ausgeschlossen werden, sagt der Gutachter.

VP-Bürgermeister René Lobner erklärt: „Den Bescheid haben wir nun dem Bundesdenkmalamt übermittelt.“ Der vorläufige Abbruch-Stopp, den das Denkmalamt aussprach, bleibe dadurch natürlich weiterhin aufrecht. Lobner: „Die beiden Gebäude – wie geplant – in diesem Sommer abzureißen, wird sich wohl nicht mehr ausgehen.“ Aufgeschoben sei aber nicht aufgehoben.

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VP-Bürgermeister Lobner: „Den Bescheid haben wir dem Bundesdenkmalamt übermittelt.“

Wie berichtet, soll das besagte Grundstück zwischen Bahnstraße und Eichamtstraße planiert werden. Darauf sollen dann Auto-Stellflächen sowie ein kleiner Park mit einem Gedenkstein- bzw. einer Gedenktafel für die ehemalige Synagoge errichtet werden.

Einen gültigen Abbruchbescheid für die beiden alten Gebäude, die zuletzt als Jugendzentrum bzw. Krabbelstube dienten, gibt es schon länger, ebenso einen entsprechenden Stadtratsbeschluss für den Abbruch.

Gegen das Projekt sprechen sich die Gänserndorfer Grünen und Historikerin Ingrid Oberndorfer aus, die die beiden Gebäude erhalten wollen und deshalb das Bundesdenkmalamt einschalteten.