Erstellt am 25. April 2015, 15:10

Gut Aiderbichl mit neuem Fuchsgehege und Papageienhaus. Auf dem Gelände des vormaligen Safariparks Gänserndorf hat Gut Aiderbichl seine Betreuungseinrichtungen für gerettete Tiere erweitert.

 |  NOEN, UNBEKANNT (GUT AIDERBICHL)
Am Samstag wurden die neuen Anlagen für Papageien und Füchse eröffnet. Zum Event erwartete Gründer Michael Aufhauser rund 2.000 "Aiderbichler", auf der Gästeliste fanden sich Prominente wie Jade Jagger, Eliza Doolittle, Rupert Everett und Kathrin Glock.

Im Jahr 2009 hat Gut Aiderbichl aus der Konkursmasse des Safariparks 40 ehemalige Labor-Schimpansen und fünf Tieraffen übernommen. Gleichzeitig pachtete die Gut Aiderbichl Stiftung Österreich elf Hektar des Areals auf 99 Jahre. 2011 wurden elf Außenanlagen für die Schimpansen und in der Folge auch eine Anlage für die Tieraffen geschaffen, womit die einstigen Labortiere erstmals nach vielen Jahren ins Freie konnten.



Das Projekt erhielt den Namen Gut Aiderbichl Affen Refugium: als Ort, "an dem traumatisierten Primaten heute und auch in Zukunft geholfen wird", hieß es in der Aussendung.

Darüber hinaus entstand ein Gnadenhof. Zunächst wurden von anderen Aiderbichl-Gütern in Österreich und Deutschland mehr als 200 gerettete Schafe und Ziegen nach Gänserndorf übersiedelt, wo sie gute Weideflächen vorfanden. Das vormalige Giraffenhaus des Safariparks wurde in eine riesige Tauben-Voliere umgewandelt, in der u.a. 200 Tauben, die vom Salzburger Hauptbahnhof entfernt werden mussten, ein Zuhause fanden.

Papageien-Anlage mit Spendengeldern finanziert

Im Vorjahr startete der Bau einer Anlage für Papageien. Der Innenteil ist fertig, die Außengehege stehen ebenfalls schon. Eingezogen sind hier 55 Aras sowie Kakadus, Graupapageien, Amazonen und andere Papageienvögel. Finanziert wurde das Projekt mithilfe großer Spenden der Oh-Do-Kwan-Stiftung Carl Wiedmeier sowie der Familie Gaston und Kathrin Glock.

Für Füchse, die nicht mehr ausgewildert werden können, verwaiste Fuchsfindlinge, aber auch "Ex-Häftlinge" aus Pelztierfarmen wurde ein 4.000 Quadratmeter großes Gehege angelegt. In der Vorwoche hielten dort 19 gerettete Rotfüchse Einzug, weiters sechs Füchsinnen aus einer europäischen Pelztierfarm, die ihr bisheriges Dasein in winzigen Einzelkäfigen mit Gitterböden fristeten und nun erstmals laufen können.

Laut der Organisation mussten wegen der Mode der Pelzkrägen allein in China 70 Millionen Füchse, aber auch Hunde und Katzen sterben. Eine Silberfüchsin - "Melissa" - ist derzeit in der Quarantänestation: Sie hat kurz nach ihrer Ankunft in Gänserndorf sechs Junge bekommen.

Mehr als 6.000 gerettete Tiere

Unter dem Schutz von Gut Aiderbichl leben auf 26 Gütern mehr als 6.000 gerettete Tiere, darunter 300 Hunde. 30 davon, u.a. Streuner-Hunde aus Südeuropa, befinden sich in Gänserndorf, wo ein Platz für "schwierige", als aggressiv und gefährlich geltende Hunde geschaffen wurde.

Die Haltung der Schimpansen wird bis zum Jahr 2019 staatlich unterstützt. Die Betreuung der übrigen Tiere trägt die Stiftung, die ihre Gelder durch Spenden, Schenkungen, Nachlässe und Plus-Patenschaften erhält. Die Anlagen in Gänserndorf sind nur für Paten der Projekte zugänglich.