Hochspannungsleitung sorgte für Wirbel im Gemeinderat. FPÖ stimmt als einzige Partei dagegen. Grüne sind froh über verbesserten Anschluss.

Von Sandra Frank. Erstellt am 13. September 2017 (04:01)
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Es waren 31 Punkte, die auf der Tagesordnung des Gänserndorfer Gemeinderates standen. Innerhalb von 40 Minuten waren diese „abgearbeitet“. 29 Beschlüsse fielen einstimmig.

Als es um eine neue 380-kV-Leitung ging, waren es ausgerechnet die vier freiheitlichen Mandatare, die gegen die Vereinbarung stimmten. Die Hochspannungsleitung, die zwischen Gänserndorf und Schönkirchen-Reyersdorf errichtet wird, wird einige Grundstücke queren, die der Gemeinde gehören. Dass seine Fraktion mit dieser Tatsache nicht einverstanden ist, erklärte FPÖ-Stadtrat Peter Vlasak in der Sitzung: „Die Flächen sind als potenzielles Bauland gestorben. Dort kann nie wieder jemand wohnen, das ist ein massiver Schaden für die Gemeinde“, ist der Freiheitliche überzeugt.

Peter Vlasak und seine FPÖ stimmten gegen die neue Hochspannungsleitung, weil Bauland verlorengehe.
Schindler

Der FPÖ sei klar, dass der Strom nicht aus der Steckdose komme, sondern transportiert werden müsse, meint Vlasak nach der Sitzung. Aber: „Solche Stromautobahnen sollten nicht in der Nähe von bewohntem Gebiet verlaufen, da damit starke elektromagnetische Felder verbunden sind.“

Dass bei der Sitzung niemand sonst eine Wortmeldung zu diesem Punkt abgab und die restlichen vier Fraktionen für die Hochspannungsleitung stimmten, lässt Vlasak zu folgendem Schluss kommen: „Die offenbar letzte Partei, der am Umweltschutz etwas liegt, sind nun endgültig wir Freiheitlichen.“

„Die offenbar letzte Partei, der am Umweltschutz etwas liegt, sind nun endgültig wir Freiheitlichen.“ Stadtrat Peter Vlasak wundert sich über das Abstimmungsverhalten der Grünen.

Dieser Satz der Blauen kostet Grünen-Gemeinderätin Beate Kainz ein herzhaftes Lachen. „Wir haben eine Leitung, die wegkommt und durch eine neue, bessere ersetzt wird“, erklärt die Mobilitätsbeauftragte. Die neue Hochspannungsleitung könne die Spitzen, die beim Sonnen- und Windstrom erzeugt werden, aufnehmen. Außerdem verlaufe diese auf der Seite von Schönkirchen. „Ich sehe für Gänserndorf absolut keinen Nachteil durch die neue Leitung“, erklärt die Gemeinderätin, weshalb sich die Grünen für diesen Trassenverlauf ausgesprochen haben. „Es wäre völlig weltfremd zu sagen, dass wir keine Stromleitungen mehr brauchen.“

Beate Kainz (die Grünen) stellt klar: „Die neue Leitung ist viel besser.“
NÖN

Dass der FPÖ an dieser Stelle um potenzielles Bauland leid sei, das kann die Mandatarin nicht nachvollziehen: „Wir hatten nie, nie, nie, nie vor, dort eine Siedlung zu bauen“, betont die Gemeinderätin.

Scherzhaft kommentiert Vizebürgermeisterin Margot Linke wiederum das Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen in dieser Angelegenheit auf der Homepage der Grünen. Für die Begründung der Blauen, dass die Grundstücke durch die neue Hochspannungsleitung entwertet werden und nun nicht mehr auf Wohngebiet umgewidmet werden könne, ist die Grüne dankbar: „Man stelle sich vor, wir widmen direkt an der Schönkirchner Grenze für eine neue Siedlung! Gut, dass das jetzt durch die KV-Leitung nicht mehr möglich ist“, schreibt Linke auf der Webseite.