Hoher Besuch: Minister griff zur Schulkreide. Heinz Faßmann ließ sich durch die Stadthalle führen, wo künftig drei Klassen unterrichtet werden.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 04. Dezember 2020 (18:35)
Bildungsminister Heinz Faßmann, Schulleiter Christoph Jank und VP-Bürgermeister René Lobner in der Stadthalle.
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Hohen Besuch gab es am Freitag in der Gänserndorfer Stadthalle: Bildungsminister Heinz Faßmann besichtigte das Ausweichquartier der BHAK/BHAS. Mit dabei war auch VP-Bürgermeister und Landtagsabgeordneter René Lobner. Kurioses Detail am Rande: Schulleiter Christoph Jank und der Minister tauschten – natürlich mit Sicherheitsabstand – Erinnerungen an eine gemeinsame Studienreise aus.

Die Stadthalle ist multifunktionell: Turnsaal für drei Schulen, Veranstaltungsort (derzeit in Pause), Corona-Teststraße und nun im zumindest einigermaßen normalen Schulunterricht Klassenzimmer für drei Abschlussklassen der Handelsakademie bzw. Handelsschule – aufgeteilt auf drei Sektionen, sodass eine Durchmischung der Klassen vermieden wird.

Jank erklärte seinem obersten Chef: „Die Stadthalle ist durch zwei direkte Wege mit der Schule verbunden, die Schüler müssen also nicht außen herum gehen. Es gibt eine fixe Sitzordnung.“ Zwischen den Tischen gibt es 2,5 Meter Abstand, überall sieht man Desinfektionsmittel und MNS-Masken. Auf modernen Schulunterricht müssen die Jugendlichen nicht verzichten: Die Stadthalle ist an das Schulnetzwerk angebunden, selbstverständlich gibt es Internetzugang.

„Masken nicht auf Biegen und Brechen“

Zum Thema Masken in der Klasse befragt, verteidigte Faßmann die Maßnahme: „Man muss das nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen. Ich vertraue auf die Sensibilität der Lehrer, hier mit Maß und Ziel vorzugehen. Einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist für 10- bis 14-Jährige machbar.“ Die Räume sollen öfter durchgelüftet werden, dabei könne die Maske auch kurz abgenommen werden. Angesprochen auf Vorschläge, Plexiglasscheiben zur Trennung aufzustellen, antwortete der Minister: „Die Trennwände sind ein Rückfall in den Frontalunterricht.“

Lobner meinte dazu: „Meine beiden Töchter haben überhaupt kein Problem, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.“ Von Luftreinigungsgeräten ist Faßmann nicht so begeistert: „Es hat sich gezeigt, dass beim Durchlüften sich Aerosole am besten verflüchtigen.“

Mit Montag startet der Präsenzunterricht nach dem zweiten harten Lockdown. Am Wochenende davor ist die Stadthalle Schauplatz für die Corona-Testung des Lehrkörpers. Das Bundesheer baut die Teststraßen auf, Absperrungen und „Einbahnstraßen“ sollen eine Durchmischung vermeiden.

Faßmann lässt sich ebenfalls testen: „Angemeldet habe ich mich noch nicht, das werde ich Freitagnachmittag tun.“ Es ist zuversichtlich, dass die zuständige Software-Firma anfängliche Unpässlichkeiten in den Griff bekommen wird. „Das ist ein sehr großes Projekt, dabei kann schon mal ein Problem auftauchen“, so der Minister. Er habe keine Sorge, dass dies die Ergebnisse der Testungen am Wochenende beeinflussen könnte.

Abseits von Corona und Schul-Ausnahmezuständen tauschten Jank und Faßmann Erinnerungen an eine gemeinsame Studienreise 2002 in den Südosten der USA aus. Faßmann war damals einer der begleitenden Professoren, Jank Studierender. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Besuch von Celebration, einer Planstadt in Florida, wo so ziemlich alles vorgeschrieben ist. Jank launig zu Lobner: „Bitte hör jetzt weg.“ Durchaus zum Mithören gedacht war der Dank des Schulleiters an die Stadtgemeinde: „Die Kooperation ist lobend hervorzuheben. Hier steht das Gemeinsame im Vordergrund.“