Hortgarten: Hickhack wegen Hecke. Gemeinderat beschloss, dass eine Kirschlorbeer-Hecke gepflanzt wird. Öko-Partei war dagegen und ortet Gefahr für Kinder. VP-Bürgermeister kontert: „Lächerliche Panikmache.“

Von Thomas Schindler. Erstellt am 07. November 2018 (04:14)
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Der Kirschlorbeer oder Lorbeerkirsche wurde 2013 zur „Giftpflanze des Jahres“ gekürt.
NÖN

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, im Hortgarten bei der Volksschule eine Kirschlorbeer-Hecke zu pflanzen – sehr zum Ärger der Grünen, die gegen den Antrag gestimmt hatten. Warum? „Weil der Kirschlorbeer gefährlich ist. Nicht nur die Früchte sind giftig, sondern die ganze Pflanze samt Blättern. Sie wird deshalb nicht für Schulen und Kindergärten empfohlen“, erklärt Grünen-Vizebürgermeisterin Margot Linke.

Sie stellte im Stadtparlament einen Gegenantrag: Statt dem Kirschlorbeer solle eine gemischte Hecke aus Wildsträuchern samt essbaren Früchten (Dirndl, Haselnuss, Holunder etc.) gepflanzt werden. Linkes Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Den Grund kann die Grüne nicht nachvollziehen: „Geht es hier ums Geld? Oder war es eine Trotzreaktion, weil der Vorschlag von uns kam?“

"Selbst nichts zuwege bringen, aber kritisieren"

Was sagt VP-Bürgermeister René Lobner zur Kritik der Öko-Partei? „Linke war 3,5 Jahre für den Hort zuständig. In dieser Zeit ist in Sachen Sicht- und Windschutz nichts passiert. Jetzt, wo wir betreffend der Hecke die Initiative ergriffen haben, kommen wieder die üblichen und entbehrlichen Querschüsse der Grünen.“ Und weiter: „Selbst nichts zuwege bringen, aber kritisieren – das ist mittlerweile der Leitsatz der Grünen.“

Linke: „Kirschlorbeer hat in Schulen und Kindergärten nichts verloren.“
Schindler

Warum hat man sich für eine Kirschlorbeer-Hecke entschieden? Lobner: „Weil sie schnell wachsend, pflegeleicht und immergrün ist. Sie wird beim Zaun entlang der Feuerwehrzufahrt – abseits des Spielbereiches, für Wind- und Sichtschutz sorgen.“ Die Panikmache der Grünen sei lächerlich und zeige einmal mehr, dass ihnen jedes Mittel recht sei, um Aufmerksamkeit zu erregen, so der Stadtchef.

Lobner sieht auch keine Gefahr für die Kinder: „Damit sich die giftigen Bestandteile der Blätter freisetzen, müssten diese gut zerkaut und in entsprechender Menge gegessen werden. Da sie aber sehr unangenehm schmecken, geht die Wahrscheinlichkeit gegen null, dass ein Kind dies tut.“ Übrigens: Auch das Naschen von Holunderbeeren (die Pflanze, die von den Grünen als Alternative vorgeschlagen wurde) sollte man unterlassen, so der Stadtchef: „Roh sind die Früchte nämlich alles andere als bekömmlich.“