Impfung bei Kabarett-Woche egal: Der Test zählt. Nur wer kurz vor der Veranstaltung negativ getestet wird, darf die Stadthalle Gänserndorf betreten. Zum Ärger der Geimpften.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 08. September 2021 (05:55)
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Am 1. Oktober tritt Alex Kristan in der Stadthalle auf, am 2. Oktober Viktor Gernot. Wer nicht getestet ist, darf das Kabarett nicht besuchen, selbst wenn er geimpft ist – diese Vorgabe missfällt einigen Bürgern.
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Die Stadtgemeinde veranstaltet Anfang Oktober ein Kabarett-Wochenende mit hochkarätigen Künstlern – sehr zur Freude der kulturinteressierten Mitbürger. Was einigen von ihnen aber überhaupt nicht schmeckt: Die Stadthalle betreten dürfen nur jene, die zu diesem Zeitpunkt aktuell gegen Corona getestet sind – der Nachweis über eine zweifache Covid-Impfung oder eine Genesung reicht in diesem Fall nicht aus.

Am Freitag, 1. Oktober, kommt Alex Kristan mit seinem Programm „Lebhaft – Rotzpipn forever“ um 20 Uhr in die Stadthalle. Am Samstag, 2. Oktober, ist Viktor Gernot mit seinem „Prater-Mix“, ebenfalls um 20 Uhr, in der Halle zu Gast. Karten zu je 29 Euro können bereits erworben werden. Die Gemeinde weist aber darauf hin, dass der Eintritt nur mit gültigem Antigen- oder PCR-Testergebnis (keine Selbsttests) erlaubt ist. Dafür wurde extra eine kostenlose Testmöglichkeit geschaffen, nämlich gegenüber der Stadthalle im „Alten Turnsaal“ jeweils vor der Veranstaltung von 16 bis 19 Uhr.

„Ich bin geimpft, das muss doch reichen!“

„Ich bin zwei Mal geimpft. Warum muss ich mich jetzt trotzdem noch testen lassen?“, ärgerten sich einige aufgebrachte Gänserndorfer am NÖN-Telefon. Sie können die Vorgaben der Gemeinde nicht nachvollziehen und erinnern an die Aussage von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz. Dieser meinte bekanntlich, dass für alle jene, die vollständig geimpft sind, die Pandemie vorbei sei.

Was sagt die Gemeinde zur Kritik? ÖVP-Vizebürgermeisterin Christine Beck, sie leitet das Kulturressort, betont: „Wir brauchen keinen Corona-Cluster in Gänserndorf. Wir wissen, dass auch die Geimpften Überträger sein können und andere mit dem Virus anstecken. Wir gehen eben auf Nummer sicher.“

Laut Beck müsse die Gemeinde jetzt streng sein, damit die Zahlen nicht explodieren: „Da ist ja eigentlich nichts dabei, wenn man sich vor dem Kabarett testen lässt. Wer das nicht schafft, soll zu Hause bleiben.“ Genauso sieht es auch ÖVP-Bürgermeister René Lobner: „Pro Veranstaltung werden 800 Menschen in der Stadthalle sitzen. Ein aktueller Covid-19-Test ist da unumgänglich.“

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