Jugendliche vertauschten Nummerntafeln . Unbekannte sorgten im Parkdeck für Verwirrung. Ärgerlich: Sie können nicht bestraft werden.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 20. November 2019 (06:00)
Scherzbolde schlugen im Gänserndorfer Parkdeck zu und vertauschten Kennzeichen von verschiedenen Autos.
NOEN, Schindler

Da staunte eine Gänserndorferin (Name der Redaktion bekannt) nicht schlecht, als es abends an der Haustür klingelte und die Polizei mit einem Auto-Kennzeichen in der Hand vor ihr stand. „Ist das Ihre Nummerntafel?“, wollten die Beamten von der Frau wissen. „Keine Ahnung. Schauen wir nach“, antwortete die Gänserndorferin.

Und tatsächlich: Am Auto der Frau waren zwei verschiedene Kennzeichen montiert – ein richtiges und ein falsches. Jenes, das die Polizisten mitgebracht hatten, war das fehlende richtige. Die Sicherheitskräfte nahmen das falsche mit und brachten dieses dem rechtmäßigen Besitzer. Dieser war es, dem der Irrtum an seinem Wagen aufgefallen war und die Polizei verständigt hatte.

Chefinspektor Gerald Reichl: „Rechtlichgesehen liegt keine Straftat vor.“NÖN-Archiv
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Nun, wie kam es zu den vertauschten Nummerntafeln? Beide Autolenker hatten ihre Pkw einige Zeit davor im Gänserndorfer Parkdeck abgestellt. Dort dürften jugendliche Scherzbolde die Kennzeichen zum Spaß oder aus Langeweile ausgewechselt haben – wegen des heutzutage üblichen Klickverschlusses ein leichtes Unterfangen.

Jetzt wird es aber noch ärgerlicher: Nachdem nichts gestohlen bzw. beschädigt wurde, kann man die Täter strafrechtlich nicht einmal zur Verantwortung ziehen, wie Gerald Reichl, Chef der Kriminaldienstgruppe des Bezirks, im NÖN-Gespräch erklärt: „Es liegt weder ein Bereicherungs- noch ein Schädigungsvorsatz vor – nicht einmal eine Urkundenunterschlagung, weil die fremden Kennzeichen ja nicht mitgenommen wurden.“ Somit handle es sich lediglich um einen dummen Jugendstreich.

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