Kalender-Wirbel geht weiter. Angst, dass Veranstaltungen nicht mehr aufscheinen. Stadtgemeinde beruhigt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 29. November 2018 (04:39)
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Links: Pensionistenverband-Vorsitzender Dietmar Prorok: „Geht man so mit den Älteren um?“ Rechts: VP-Bürgermeister René Lobner: Seine Rathaus-Mitarbeiter nehmen ihn in Schutz
Links: SPÖ; Rechts: Schindler

Die Debatte um die Reduzierung von SPÖ-Veranstaltungen im kommenden Gänserndorfer Gemeindekalender (die NÖN berichtete) geht weiter. Nun meldet sich Alt-SP-Bürgermeister Dietmar Prorok, Vorsitzender des städtischen Pensionistenverbands (PVÖ), zu Wort. Er ortet Diktatur: „Wir bedauern diese Vorgangsweise und fragen uns – geht man so mit der älteren Generation um?“ Die Stadtgemeinde beruhigt: „Die Veranstaltungen des PVÖ sind selbstverständlich alle im Kalender eingetragen und standen auch nie zur Diskussion.“

Zur Erinnerung: Die VP-Bürgermeisterpartei hatte erklärt, dass der Gemeindekalender kein Parteikalender sei und deshalb einige der roten Events aus dem Terminplaner, der an jeden Haushalt geschickt wird, gestrichen – sehr zum Ärger der Genossen, die sofort aufschrien und von Zensur sprachen. Die Volkspartei wiederum betonte, dass die Reduzierung der besagten Kalender-Einträge mit SP-Parteichefin Ulrike Cap abgesprochen gewesen war.

Wie auch immer: Die Veranstaltungen des PVÖ, wie zum Beispiel der Pensionisten-Ball, der Radwandertag, das Sommerfest und der Wandertag am Nationalfeiertag, sollen auch im Kalender 2019 aufscheinen. Für Robert Lang, Sprecher der Stadtgemeinde, ist es nicht nachvollziehbar, wie Prorok zu seiner Annahme kam: „Vermutlich wurden unrichtige Dinge, also Fake News, verbreitet.“

Wurde Prorok mit Fake News gefüttert?

Lang weiter: „Wir finden es auch bedauerlich, dass man sich offensichtlich unbewusst parteipolitisch instrumentalisieren ließ. Es wäre ein Einfaches gewesen, den Wahrheitsgehalt der Aussage eines politischen Funktionärs bei der Stadtgemeinde zu hinterfragen.“ Gerade Bürgermeister René Lobner habe bewiesen, dass er die Arbeit der Senioren und Pensionisten sehr schätzt und diese auch aktiv unterstützt: „Nicht zuletzt dank seiner Initiative wurde durch die Stadtgemeinde Gänserndorf im Vorjahr für die ältere Generation das gemeinsame Haus der Begegnung geschaffen, das zu einem beliebten Ort für unsere ältere Generation wurde.“

Lang abschließend: „Der Bürgermeister wird mit den Vertretern des PVÖ das persönliche Gespräch suchen, um diese unrichtigen Aussagen aus der Welt zu schaffen. Wir möchten auch mit aller Deutlichkeit festhalten, dass die Stadtgemeinde Gänserndorf und René Lobner in seiner Funktion als Bürgermeister stets überparteilich agierten und auch in Zukunft überparteilich agieren werden.“