Kindergarten wird jetzt teurer

Erstellt am 06. Juli 2022 | 05:32
Lesezeit: 3 Min
ÖVP und FPÖ beschlossen in Gänserndorf, die Kindergartenbeiträge zu erhöhen – zum Ärger der anderen Parteien.
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Das Hauptthema der jüngsten Gemeinderatssitzung war zweifelsfrei die Erhöhung der Kindergartenbeiträge, beschlossen mit den Stimmen der ÖVP und FPÖ. Sehr zum Ärger der Roten, Grünen und Pinken.

SPÖ-Gemeinderätin Kerstin Cap ergriff als Erste das Wort: „Die Menschen haben jetzt schon kein Geld wegen der Krise. Wir plädieren dafür, dass die Indexanpassung zumindest ein Jahr ausgesetzt wird.“ NEOS-Gemeinderat Joseph Lentner forderte, die Anpassung auf Jänner 2023 zu verschieben: „Bei der Hundeabgabe wird die Erhöhung ausgesetzt, beim Kindergarten nicht. Da tu ich mir schwer mitzustimmen.“

Und auch Grünen-Stadträtin Beate Kainz sprach sich gegen die Anpassung aus: „Im Mai hatten wir beschlossen, dass viele andere Gebühren nicht erhöht werden, um besonders von der Teuerung betroffene Mitbürger zu entlasten.“ Einen Monat später werden die Kindergartenbeiträge angehoben: „Und das weit über dem Index. Die Nachmittagsbetreuung kostet die Eltern jetzt rund 20 Prozent mehr.“ Es sei nicht nachvollziehbar, dass Familien, die von der Krise am stärksten betroffen seien, auch noch von der Gemeinde mit extremen Tariferhöhungen zur Kassa gebeten werden.

Lobner: „Das passiert nicht aus Jux und Tollerei“

Stadtchef Lobner wiederum rechtfertigte seine Entscheidung: „Das Ganze passiert ja nicht aus Jux und Tollerei. Die Gemeinde leidet ja auch unter der Teuerung. Wir glauben, dass die Anpassung sozial verträglich ist.“ Andere Kommunen im Bezirk seien bei ihren Kindergärten jetzt schon teurer als Gänserndorf nach der Erhöhung.

„Klar, werden wir nicht sterben, wenn wir die Erhöhung aussetzen. Aber wo fangen wir an und wo hören wir auf?“, so der Bürgermeister weiter: „Unsere Kindergärten sind jetzt schon nicht kostendeckend. Irgendwann müssen wir die Beiträge erhöhen.“

Einen Dringlichkeitsantrag gab es bei der Sitzung auch: Die NEOS forderten einen Energiesparplan für die Stadtgemeinde. Lentner: „Um das Gemeindebudget in dieser Krise zu schonen und auch im Sinne der Ökologie zu handeln, ist es dringend erforderlich, entsprechende Sparmaßnahmen in den Gebäuden der Stadtgemeinde umzusetzen.“

Dem Antrag wurde von der ÖVP und der FPÖ keine Dringlichkeit zuerkannt, somit wurde dieser auch nicht weiter behandelt.

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