Konrad Lorenz Gymnasium wird jetzt überrannt. Weil es plötzlich so viele Anmeldungen für das Konrad Lorenz Gymnasium gibt, wird es eng. Es fehlen 85 Plätze. In Groß-Enzersdorf ist nun eine zusätzliche Klasse geplant.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 17. März 2021 (04:28)
Das Schulgebäude in der Gärtnergasse wird derzeit umgebaut und vergrößert.
Mattes, Mattes

Der Umbau und die Erweiterung des Konrad Lorenz Gymnasiums (KLG) in der Gärtnergasse sind noch gar nicht abgeschlossen – trotzdem rennen die Noch-Volksschüler Gym-Direktorin Eva Zillinger regelrecht die Türen des jetzigen Container-Dorfes ein. 229 wollen im kommenden September ins KLG wechseln, Platz ist jedoch nur für 144 Erstklassler. Viele Eltern sind deshalb sauer.

„So einen Ansturm gab es während meiner Amtszeit im Gänserndorfer Gymnasium noch nie“, sagt Zillinger. Was kann der Grund dafür sein? Vielleicht eine Folge der Corona-Pandemie? Volksschullehrer sollen ja angehalten worden, bei der Notenvergabe großzügig zu agieren. Überdurchschnittlich viele Einser-Zeugnisse könnten das Resultat sein. Zillinger selbst will hierzu keine Vermutungen anstellen: „Es könnte auch sein, dass es aufgrund des regen Zuzugs in Deutsch-Wagram, Strasshof und Gänserndorf jetzt viel mehr Kinder gibt.“

Fakt ist: Die NÖ Bildungsdirektion genehmigte nun, dass im Groß-Enzersdorfer Gymnasium eine zusätzliche erste Klasse installiert wird. Für das Gänserndorfer Pendant und seine derzeitige Unterkunft am Hafergrubenweg ist so eine Entlastungsmaßnahme technisch nicht möglich. Zusätzliche Container bräuchten Wasser-, Strom- und Kanalanschlüsse. Und nächstes Jahr im Sommer soll bereits zurück in die Gärtnergasse übersiedelt werden.

Auf der anderen Seite ist der Besuch des Groß-Enzersdorfer Gyms keine Option für Kinder aus dem Norden des Bezirks, weil es für sie keine vernünftigen öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Was ist also die Lösung? Zillinger: „Ich sehe derzeit keine. Wir werden natürlich alle Plätze bei uns vergeben. Aber manche Kinder werden leider auf der Strecke bleiben, weil wir einfach zu wenig Platz haben.“ In Wien werden diese auch nicht unterkommen: „Soweit ich weiß, kämpfen die Gymnasien dort mit ähnlichen Problemen.“

Für die nächsten Jahre müsse auf jeden Fall reagiert werden, so die Direktorin: „In der Gärtnergasse haben wir dann 40 statt 37 Klassen, aber das ist bei so einem Ansturm noch immer zu wenig.“ Wer wird bzw. darf heuer ins KLG eintreten? „Jene, die nicht nur in der vierten, sondern auch in der dritten Klasse lauter Einser haben.“

Die NEOS fordern indes den Bau eines dritten Unterstufengymnasiums im Bezirk: Dieses sei aufgrund der aktuellen Lage absolut notwendig, so die beiden Gemeinderäte Joseph Lentner (Gänserndorf) und Reinhard Wachmann (Groß-Enzersdorf).