Betrug: Kleidung auf Namen des Schwiegervaters bestellt. 35-Jährige Gänserndorferin bestellte ständig neue Kleidung – unter dem Namen ihres Schwiegervaters. Urteil: Sechs Monate bedingt.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 03. März 2021 (04:45)
Ihr Faible für Schuhe und Kleider kostete den Schwiegervater so viel Geld, dass dieser sogar eine Lohnpfändung hinnehmen musste.
Shutterstock/Moustache Girl

Mit „Bestell-Betrügerei“ hatte es Richter Martin Bodner am Landesgericht Korneuburg zu tun. Vom 1. April 2017 bis Juli 2019 soll eine 35-Jährige unter dem Namen ihres Schwiegervaters bei verschiedenen Versandhäusern immer wieder eingekauft haben, so die Anklage – vornehmlich Schuhe und Kleider.

Der Schaden, den die Frau verursachte, war mit etwa 3.500 Euro zwar relativ gering, aber: „Sie wissen schon, dass der Mann inzwischen eine Lohnpfändung hatte“, machte Bodner klar, dass es sich nicht um ein Kavaliersdelikt handelt. Die zeitweise als Kellnerin arbeitende Gänserndorferin gab ihre Taten zwar zu, hatte aber durchaus auch ein paar Rechtfertigungen parat, was Bodner „vielleicht haben’S mal was bestellt, was Sie auch gezahlt haben“ entlockte.

Letztendlich befand sie das Gericht des schweren Betrugs für schuldig und verurteilte die unbescholtene Frau zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die, versehen mit einer Probezeit von drei Jahren, zur Gänze bedingt ausfiel.