Supermarkt-Kunden tragen nun Maske. Seit Montag gilt die Regelung in allen Supermärkten. Die Erfahrungen bei Spar sind bisher positiv.

Von Christoph Szeker und Michaela Höberth. Erstellt am 08. April 2020 (05:24)
Symbolbild
BidaOleksandr, Shutterstock.com

Die erste Woche der Maskenpflicht sorgte bei den Supermärkten für großen logistischen Aufwand: Spar hatte nach Auskunft am Freitag 35 Millionen Masken bestellt und über sechs Millionen in Verteilung. „Wir investieren hier Millionen von Euro“, sagt Firmensprecherin Nicole Berkman.

Einfach sei es jedoch nicht, die Masken zu beschaffen. Man habe sich daher schon vor Wochen darum gekümmert, genügend zu bekommen. Allerdings: Die Preise der Schutzkleidung schwanken andauernd. Aufgeteilt sind die Masken entsprechend der Größe der Märkte.

Unfried: Security-Personal verteilt die Masken

Auch in den Spar Gänserndorf-Süd haben sie es geschafft: Eine Mitarbeiterin verteilte dort letzte Woche den Mundschutz an jeden, der das Geschäft ohne Maske betrat. Viele der Kunden haben laut der Firmensprecherin ihre eigene Maske aber bereits dabei.

Diese Erfahrung hat auch Franz Unfried gemacht, Leiter mehrerer Spar-Filialen in Korneuburg, Stockerau und Leobendorf. „Ich würde sagen, die Verteilung ist fünfzig-fünfzig“, so seine Einschätzung.

Vor seinen Filialen verteilen nicht Mitarbeiter die Schutzmasken, sondern Security-Personal. „Das kann ich meinen Mitarbeitern nicht auch noch zumuten, auch wenn die Securityfirma natürlich Geld kostet“, so Unfried, der seinem Team einen großen Dank ausspricht. „In dieser Krise zeigt sich, wie toll unsere Mitarbeiter sind und wie gut das Team zusammenhält.“

Denn durch das Coronavirus hat sich in Unfrieds Betrieben viel geändert: Die Mitarbeiter wurden in Teams aufgeteilt, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.

Seit Montag gelten neben der Maskenpflicht auch genaue Regelungen, wie viele Kunden sich in den Supermärkten aufhalten dürfen. „Es gilt: ein Kunde pro zehn Quadratmeter. Außerdem sind die Kunden verpflichtet, Einkaufswägen zu nehmen, wodurch automatisch ein gewisser Abstand zum Nächsten eingehalten wird“, schildert Unfried die Maßnahmen.

Um das Maximum an Kunden nicht zu überschreiten, hat er eine simple Maßnahme ergriffen: „Wir stellen nur noch so viele Einkaufswägen zu Verfügung, wie Kunden in den Markt dürfen.“

Außerdem gibt es genaue Desinfektionspläne für die Filialen, die Mitarbeiter reinigen wichtige Kontaktflächen alle zwei Stunden. Seit Mittwoch werden in den Unfried-Märkten Masken ausgeteilt, für genügend Nachschub ist weiterhin gesorgt. Geld wird für die Schutzausrüstung keines verlangt. „Es funktioniert sehr gut“, kann Unfried über seine Kunden sagen.

Er beobachtete in den letzten Wochen ein verändertes Kaufverhalten: „Die Einkäufe werden vermehrt über die Woche verteilt und konzentrieren sich nicht mehr so sehr auf Freitag und Samstag. Außerdem werden größere Mengen gekauft. Produktgruppen, für die man sich oft erst im Markt entscheidet – wie Süßes oder Knabbereien – sind weniger gefragt; die Kunden kaufen vor allem Grundnahrungsmittel“, weiß er.

Umfrage beendet

  • Lockerung der Maßnahmen - habt ihr Angst vor einer zweiten Infektionswelle?