Lebensretter nach NÖN-Bericht gefunden. Jener Unbekannte, der einer bewusstlosen Frau am Gänserndorfer Bahnhof zu Hilfe geeilt war, konnte jetzt ausgeforscht werden: Es war der Lokführer.

Von Manuel Mattes und Thomas Schindler. Erstellt am 27. November 2019 (04:43)
Die Strasshoferin Anna A. und ihr Lebensretter Roland Jandl beim Wiedersehen am Gänserndorfer Bahnhof.
Mattes

Wie die NÖN berichtete, fuhr Anna A. (Name der Redaktion bekannt) vor wenigen Wochen mit der Schnellbahnlinie S1 von Wien in Richtung Gänserndorf. In Strasshof, wo sie zu Hause ist, wollte die Frau aussteigen. Dazu kam es aber nicht. Plötzlich gingen bei ihr die Lichter aus – Anna A. brach bewusstlos zusammen.

„Als ich zu mir kam, lag ich am Boden und sah mehrere Rotkreuz-Helfer in roten Uniformen. Die Notärztin hatte mich wieder zum Leben erweckt“, erinnert sich die Strasshoferin. Sie stellte sich in der Folge die quälende Frage: „Wer hatte den Notruf zum Roten Kreuz getätigt und mir das Leben gerettet?“ Anna A. wollte sich bei ihrem Schutzengel unbedingt mit einem persönlichen Händedruck bedanken.

Retter gefunden

Der Aufruf in der NÖN blieb nicht ungehört: Sofort machten sich Rotes Kreuz bzw. Notruf 144 sowie ÖBB auf die Suche nach dem Lebensretter – und fanden diesen auch. Es war Lokführer Roland Jandl. Beim Wiedersehen mit der Strasshoferin vergangene Woche erinnerte er sich: „Als der Zug in den Bahnhof Gänserndorf einfuhr, machte ich noch meinen Kontrollgang. Da bemerkte ich, dass eine Dame regungslos im Waggon lag, sie war vom Sitzplatz auf den Boden gerutscht.“

Jandl zögerte nicht und alarmierte umgehend die Rettungskräfte. Für den NÖN-Fototermin am Gänserndorfer Bahnhof war der Burgenländer extra zwei Stunden aus seiner Heimat angereist – und das, obwohl er am selben Tag Nachtschicht hatte. Überglücklich war natürlich Anna A., die ihrem Retter die Hand schütteln konnte.

Warum war sie eigentlich damals zusammengebrochen? „Ich bin seit meiner Kindheit Diabetikerin und es kommt leider immer wieder vor, dass ich einen Zuckerschock erleide.“ Die Strasshoferin abschließend: „Ich kann Roland Jandl nicht genug danken – immer wieder gehen solche Unfälle leider tödlich aus.“