Lobner wegen Hallenbad-Projekt unter SP-Beschuss . Die Sozialdemokraten orten Stillstand sowie Versäumnisse und geben dem VP-Bürgermeister die Schuld. Der dreht den Spieß um und geht zum Gegenangriff über.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 12. Oktober 2017 (04:59)
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VP-Bürgermeister René Lobner: „Die beiden haben nichts bewegt.“
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„Lässt Lobner Bad sterben?“ titelt die städtische SPÖ in ihrem jüngst erschienenen Parteiblatt. Schlusssatz des Textes: „Fällt das Projekt ins Wasser und geht Lobner mit dem Bad baden?“ Die Roten orten Stillstand, was den geplanten Neubau des Hallenbades betrifft und geben dafür VP-Bürgermeister René Lobner die Schuld. Der Stadtchef wiederum schießt scharf zurück.

Für SP-Nationalrat Rudolf Plessl und SP-Stadtrat Christian Worlicek gebe es noch viele offene Fragen. „Wir wissen nicht, ob Bund und Land das 6,5-Millionen-Euro-Projekt fördern, weil Lobner bis dato keine Förderansuchen gestellt hat. Langsam läuft uns die Zeit davon.“ Immerhin müssten Bund und Land die Hälfte der Errichtungskosten übernehmen, damit sich die Stadt das Bad leisten könne.

„Sind ihm andere Projekte wichtiger?“

Plessl und Worlicek weiter: „Die Gemeinde will dem Gymnasium für dessen geplanten Zubau bis zu 3.500 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellen. Das klingt nach verschenken. Und der nötige Boden für das Bad wird uns dann auch noch fehlen.“ Außerdem sei die Beteiligung mit den Partnergemeinden noch nicht wirklich geklärt: „Uns kommt auf jeden Fall vor, dass Lobner andere Projekte wichtiger sind als das Bad.“

Der Bürgermeister weist die Anschuldigungen entschieden zurück: „Es ist schlichtweg falsch, wenn die beiden behaupten, dass es kein Förderansuchen gebe. Am 17. Oktober findet nachweislich das Finanzierungsgespräch mit der NÖ Landesregierung statt.“ Lobner sei auch mit dem Bund als Eigentümer des Gymnasiums übereingekommen, dass die Schule das Bad quasi als dritten Turnsaal mitbenutzt wird: „Dass hierfür Entgelt entrichtet wird, ist klar.“ Weitere Bundesförderungen werden noch ausgelotet.

SP-Stadtrat Christian Worlicek (l.) und SP-Nationalrat Rudolf Plessl: „DieFinanzierung des Projekts ist noch immer nicht gesichert.“
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Lobner über die Grundstücke, die das Gym für den Zubau benötigt: „Die werden selbstverständlich nicht verschenkt, sondern verkauft. Auch werden nur jene Flächen veräußert, die für das neue Bad nicht zwingend benötigt werden.“ Im Übrigen bleibe weiterhin das Ziel, das neue Hallenbad im Schuljahr 2019/20 zu eröffnen: „Ja, ich werde baden gehen – aber nicht mit dem Bad, sondern im Bad.“

Der Bürgermeister dreht den Spieß um und nimmt Plessl und Worlicek ins Visier: „Die beiden haben in ihrer politischen Laufbahn bisher nichts bewegt. Sie kritisieren gerne kurz bevor Dinge umgesetzt werden und wofür sie keinen Finger gerührt haben, um dann zu behaupten, dass aufgrund ihres Drucks etwas passiert sei. Das ist billig.“

Lobner über Worlicek: „Das digitale Kondolenzbuch am Friedhof, wofür er als Stadtrat zuständig ist, funktioniert noch immer nicht. Das hatte er zu seiner Aufgabe erklärt. Was dabei rauskommt, sieht man ...“