Schnellstraße S8: Triel sorgt weiter für Zwist. Während das Land NÖ nun die Asfinag unterstützt, schreien die Umweltschützer wieder auf.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 19. März 2020 (05:39)
Das Land will die bestehenden Schutzmaßnahmen für den Vogel Triel intensivieren.
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Das Land NÖ kommt dem Vorschlag der Asfinag nach, das aktuelle Schutzgebiet neben der geplanten Trasse der Marchfeld-Schnellstraße S8 anzupassen (die NÖN berichtete). Vergangenen Mittwoch startete die öffentliche Auflage des Verordnungsentwurfs, teilte das Büro von VP-Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko mit. Eine Beschlussfassung durch die Landesregierung werde dadurch nach Ostern möglich.

Gleichzeitig will das Land die bestehenden Schutzmaßnahmen für den Vogel Triel im bestehenden Naturschutzgebiet intensiveren – etwa durch eine „zusätzliche Anlage von besonders geeigneten und von Störungen beruhigten Brut- und Nahrungshabitaten“. Ziel müsse es sein, die Asfinag „dabei zu unterstützen, alle Möglichkeiten im Verfahren zu ergreifen, damit die Betroffenen im Marchfeld möglichst rasch entlastet werden können“, betont Schleritzko.

S8 weiterhin im Visier der Umweltschützer

Ganz anders sehen die Umweltschützer die Lage. Der WWF zum Beispiel kritisiert, dass das Straßenbau-Projekt „mit allen Mitteln durchgeboxt werden soll“. Sprecher Jurrien Westerhof: „Es ist ein unausgegorener Schnellschuss des Landes, ausgerechnet den Asfinag-Vorschlag zur Anpassung des Triel-Schutzgebiets zu forcieren.“

Selbstverständlich gehörten vom Aussterben bedrohte Vögel wie der Triel umfassend geschützt, dafür brauche es aber ein gut abgestimmtes Gesamtkonzept. Westerhof: „Fakt ist, dass wir uns die Marchfeld-Schnellstraße allein schon aufgrund der katastrophalen Folgen für den Klima- und Bodenschutz nicht mehr leisten können.“

Das Marchfeld brauche vielmehr den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und eine neue Radweg-Infrastruktur, so der Umweltschützer abschließend (siehe auch Seiten 18/19).