Meerschweinchen verendete qualvoll. Verlassener Arbeiter (26) kümmerte sich nicht um die Haustiere seiner Tochter und ließ die Nager hungern und dürsten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 24. Oktober 2016 (18:38)
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Kein frisches Wasser, kein Futter: Meerschweinchen waren verlassenem Weinviertler einfach egal.
Shutter-stock/ Alexander Mozyov (Symbol)

Den Kopf voller Trennungsschmerz, will ein verlassener Gänserndorfer (26) nicht mehr an die zwei Meerschweinchen seiner Tochter gedacht haben.

"Bin eigentlich ein Tierfreund"

„Eigentlich bin ich ein Tierfreund. Als meine Gefährtin mit unserem Kind weg ist, wusste ich, dass sich keiner um die Meerschweinchen kümmert. Ich habe auch gesagt, sie soll die Tiere mitnehmen. Tat sie aber nicht, und ich auch nicht. Ich bin aus der Wohnung und auch zu meiner Mutter gegangen“, schildert der Arbeiter.

Nachbar verständigte Behörden

„Die Tiere waren Ihnen wurscht“, bringt es Richterin Lydia Rada harsch auf den Punkt.
Ein jämmerliches Quieken vom Nachbars-Balkon versetzte eine Anrainerin in Alarmbereitschaft und sie verständigte die Behörden.

Zwei Wochen gehungert

Der Amtstierarzt fand ein fast verendetes Meerschweinchen in einem verdreckten Käfig, ohne Futter, mit Algen verschmutztem Wasser im Napf. An die zwei Wochen habe das Tier hungern und dursten müssen, sagt der Tierarzt. Das zweite, schon verendete Meerschweinchen habe er im Wald verscharrt, gesteht der Weinviertler ein.

"Erbärmlich Frust an Tieren auszulassen"

„Auch wenn sie emotional angeschlagen und psychische Probleme wegen der Trennung hatten – es ist etwas ganz Erbärmliches, seinen Frust an hilflosen Tieren auszulassen“, kommentiert Richterin Lydia Rada die Vorfälle.

Sie verhängt über den bislang unbescholtenen Arbeiter wegen Tierquälerei eine teilbedingte Geldstrafe: 2.240 Euro, davon muss der Weinviertler 1.260 Euro berappen. Das Urteil ist rechtskräftig.