Mega-Bauprojekt zur Stadtkern-Belebung beginnt. Heute, Mittwoch, entscheidet sich, welches Planungsbüro sich im Rahmen des Architektenwettbewerbs durchsetzt. Geplant: Wohnungen, Lokale, Tiefgarage.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 06. Oktober 2017 (05:02)
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VP-Bürgermeister René Lobner vor den Entwürfen: „Im Zuge des Projekts wird auch die Musikschule um 100 Quadratmeter erweitert. Und statt der Rampe soll ein Lift kommen.“ Der Sonnenblumen-Kindergarten wiederum wird abgerissen und neu gebaut.

Im Zuge des Architektenwettbewerbs für die Stadtkern-Gestaltung konnten vergangene Woche drei Tage lang im Rathaus die Entwürfe der Experten begutachtet werden. Heute, Mittwoch, wird das Sieger-Projekt ermittelt.

Zur Erklärung: Konkret geht es um die Gestaltung der Fläche zwischen Bahnstraße/Marktplatz und Eichamtstraße/Kinnosteg. Hier sollen Wohnungen, Geschäfte, eine Tiefgarage, ein neuer Kindergarten und viel Grünraum entstehen. VP-Bürgermeister René Lobner erinnert sich im NÖN-Gespräch: „Wir hatten das Projekt europaweit ausgeschrieben. Insgesamt 26 Architekturbüros haben sich beworben. Fünf von ihnen wurden von einer Fachjury eingeladen, ihre Planungen der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

„Würden wir im Gemeinderat darüber abstimmen, gäbe es 37 verschiedene Meinungen.“  René Lobner, VP-Bürgermeister

Dies geschah von Mittwoch bis Freitag im Foyer des Rathauses. Rund 300 interessierte Mitbürger nutzten die Gelegenheit, sich die Pläne der fünf Architekten genauer anzusehen. Ein paar Dutzend Besucher schrieben auch ihre Verbesserungsvorschläge nieder und übergaben diese der Gemeinde bzw. Alexander Cserny, dem Verfahrensbegleiter des Wettbewerbs.

Warum ermittelt die Fachjury auch den Sieger? Lobner: „Würden wir im Gemeinderat darüber abstimmen, gäbe es 37 verschiedene Meinungen.“ (Im Stadtparlament sitzen bekanntlich 37 Mandatare.) Wie geht es nun weiter? Mit dem Siegerprojekt wird ein Investor gesucht. Die Gemeinde soll das Ganze kaum etwas kosten. „Natürlich findet man nur einen Investor, wenn dieser auch Wohnungen bauen darf.“

Der Stadtchef betont aber, dass er leistbare Unterkünfte will „und kein Prestigeprojekt“. Ist ein Investor gefunden, wird die Flächenwidmung auf das Projekt abgestimmt: „Dann schreiben wir das Bauprojekt aus.“ Das alles soll in den kommenden Monaten über die Bühne gehen. Im Idealfall, so Lobner, könnte der Spatenstich im Herbst 2018 oder Frühjahr 2019 erfolgen.