Bei Beschlagnahmung: Mann hetzte Hunde auf Tierschützer. Mitarbeiter des Dechanthofs wollten verwahrloste Vierbeiner abholen. Halter ließ diese frei, Pflegerin wurde angefallen.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 10. November 2018 (05:37)
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Im Dechanthof wurden die Tiere zuerst von ihren Eisenketten befreit.
Tierheim Dechanthof

Vergangene Woche kam es zu dramatischen Szenen auf einem Grundstück im Bezirk Gänserndorf: Drei unkastrierte Hunde lebten dort in einem Gitterzwinger im Freien, gehalten an einer kurzen Kette. Nur eine desolate Hütte diente als Unterschlupf.

Bernhard Kainz gelang es, die nervösen Vierbeiner zu besänftigen.
Tierheim Dechanthof

Die zuständige Behörde ordnete daher die Beschlagnahmung der Tiere an. Bei der Abholung kam es zu unschönen Szenen: Als der Bereitschaftsdienst des Tierheims Dechanthof (Bezirk Mistelbach) das Grundstück betrat, löste der Besitzer die Ketten, öffnete die Zwingertüren und ließ die Hunde frei. Ein Rüde stürzte sich auf eine Pflegerin, ihr Begleiter kam ihr zu Hilfe.

Die verängstigten Tiere bewegten sich über das gesamte Gelände – ein Einfangen schien unmöglich. Aus diesem Grund wurde „Hundeschweiger“ Bernhard Kainz zum Einsatzort berufen, unter dessen Anleitung die Vierbeiner schließlich eingefangen werden konnten.

Bernhard Kainz hat sich als „Hundeschweiger“ einen Namen gemacht. Er kommuniziert mit den Tieren wortlos (die NÖN berichtete).
NÖN

Sie sind nun im Tierheim Dechanthof untergebracht und zeigten sich von Anfang an zugänglich. „Wir sind guter Dinge, dass sich die zwei Hündinnen und der Rüde durch gezieltes Training gut entwickeln und vermittelbare Familienhunde werden“, heißt es seitens des Dechanthofs.

Wo Welpen verblieben sind, ist nicht bekannt

Zudem wurde festgestellt, dass die Weibchen erst vor Kurzem Welpen hatten – wo diese sind, konnte jedoch nicht eruiert werden. Der Besitzer verzichtete bereits am nächsten Tag offiziell auf seine Hunde, sodass sie dem Tierheim gehören und weitervermittelt werden können.