Neues Bad soll 2019 eröffnen. Jetzt müssen nur noch Partner-Gemeinden mitspielen: Pläne liegen auf dem Tisch – alles steht und fällt mit Förderungen.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 02. Februar 2017 (16:59)
arge parc/pohl
Ein erster Entwurf des Regionalbads. Im Vordergrund sind die neuen Stellplätze zu sehen, wo sich aktuell noch ein brachliegendes Grundstück der Gemeinde befindet.

Das Projektteam fürs neue Regionalbad in der Bezirkshauptstadt hatte im letzten halben Jahr viel zu tun. Dort, wo derzeit das alte, defizitäre Hallenbad steht (zuletzt verzeichnete die Gemeinde Abgänge von ca. 450.000 Euro pro Jahr, die NÖN berichtete), soll – so der ehrgeizige Plan – bereits 2019 das Regionalbad eröffnen.

„Funktionsbad mit Publikumsbetrieb“

Ein „Funktionsbad mit Publikumsbetrieb“ soll es werden, vor allem dazu da, Schulschwimmen und Vereinssport zu erhalten sowie die rund 150.000 Bewohner im Einzugsgebiet (Umkreis von 30 Minuten) anzulocken.

Diese sollen in der Bezirkshauptstadt dann ein Bad vorfinden, das es in Ost-Österreich in dieser Form noch nicht gibt, so Ferdinand Oberer von der RegioOK Oberer Consulting, selbst Mitglied im Projektteam. Herzstück der neuen Anlage wird ein wettkampftaugliches Schwimmbecken (25 mal 16,7 Meter) mit sechs Bahnen und verschiedenen Attraktionen. Diese sollen Alleinstellungsmerkmal des Regionalbads sein: Aqua-Cross (Sportgeräte über und unter Wasser), eine Boulder-Wand, ein Fünf-Meter-Sprungturm und ein Tauchriff.

arge parc/pohl
Herzstück des Regionalbads soll ein wettkampftaugliches Schwimmbecken mit sechs Bahnen sein. Das derzeitige Freigelände soll vorerst erhalten bleiben und in den Sommermonaten benützt werden können.

Das Kinderbecken soll in etwa in seiner jetzigen Form erhalten bleiben, der Gastro-Betrieb, derzeit noch von Gerhard Fürhacker als „U-Boot“ betrieben, soll einem Selbstbedienungsbereich mit Automaten weichen. Und auch für die Zukunft wurde bereits mitgedacht: Erweiterungsmöglichkeiten für Sauna und einen neuen Außenbereich (in dem auch ein Inhalatorium für den städtischen Kneipp-Verein Platz finden soll) sind in den Plänen, die von den Architekten Hagen Pohl und Michael Fuchs gestaltet wurden.

6,6 Mio. Euro wurden für das Projekt als Maximal-Budget festgesetzt. 3,1 Mio. Euro investiert die Gemeinde (davon 500.000 Euro als direktes und 2,6 Mio. Euro als Fremdkapital mit 20 Jahren Laufzeit). Ein entsprechender Antrag wurde vergangenen Mittwoch einstimmig im Gemeinderat angenommen.

23 Marchfeld-Gemeinden sagten Förderungen zu

Die restlichen 3,5 Mio. Euro sollen Förderungen sein: Wie berichtet, gibt es bereits Zusagen für jährliche Förderungen von den 23 Marchfeld-Gemeinden. Jetzt wartet man auf ähnliche Unterstützung von den nördlichen Kommunen des Bezirks.

NÖN
VP-Bürgermeister René Lobner hofft auf Förderungen: „Ein solches Projekt kann nur gemeinsam bewerkstelligt werden.“

Entsprechende Sondierungsgespräche würden nun anlaufen. „Wer letztlich mitbezahlt, werden die nächsten Wochen zeigen“, so VP-Bürgermeister René Lobner. Auch, wie viel Land und Bund beisteuern, sei derweil noch unklar. Jedenfalls: „Wir sind der Meinung, dass man nicht alles auf eine Kommune abwälzen kann“, sagt Lobner.

Das Gros der Kosten müsse ohnehin die Stadtgemeinde tragen – zusätzlich zu den rund 3,1 Mio. Euro peile man eine Abgangsdeckung von etwa 300.000 Euro pro Jahr an – nach wie vor eine große Summe, aber immerhin weniger als die jetzigen 450.000 Euro pro Jahr.

Doch was, wenn sich die restlichen Gemeinden, Land und Bund nicht beteiligen wollen? „Wenn die Schmerzgrenze erreicht ist, gibt es in jeder Phase einen Exit“, so Lobner. „Wir können als Gemeinde nicht 800.000 Euro oder mehr schlucken.“

Ohne Bad hätten vor allem Schulen Probleme

Soll heißen: Ohne finanzielle Zuschüsse kein Bad. Und das würde vor allem für die Schulen, die jetzt schon Schwierigkeiten mit der Abhaltung des Schwimmunterrichts haben, zum Problem. Denn dieser ist im Lehrplan vorgeschrieben und somit verbindlich, wie Pflichtschulinspektor Karl Stach, ebenfalls Projektteam-Mitglied, weiß. Das Matzner Hallenbad wird derzeit von etwa 15 Schulen genutzt, was die restlichen der insgesamt 66 im Bezirk machen sollen, wenn aus dem Projekt nichts wird, ist unklar.

Das Gänserndorfer Konrad Lorenz Gymnasium würde noch einen weiteren Vorteil aus dem Bau ziehen: Das bislang brachliegende, im Besitz der Gemeinde befindliche Grundstück zwischen Gärtnergasse und Hallenbad wurde in die Pläne miteinbezogen und soll künftig Parkplätze für beide Einrichtungen bieten. Zudem ist eine Einfahrt zum Bad – von der Bahnstraße her mit einer Kurve in die Gärtnergasse einmündend – geplant.

Übrigens: Das jetzige Hallenbad sperrt mit 13. Februar. Der Gastronomie-Betrieb soll noch bis zum Beginn der Abriss-Arbeiten, längstens aber bis 30. Juni weiterlaufen, „um das ohnehin schon vorhandene Gastronomie-Sterben nicht noch weiter zu befeuern“, so Lobner.